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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Über New York zur Chinesischen Mauer

21.01.2006

OLDENBURG Der 70-Jährige bekam einen Marathonlauf geschenkt. Die Laufleidenschaft entdeckte er spät.

Von Jörg Reckemeier OLDENBURG - Marathonläufer haben offenbar Sinn für das Besondere, das Ausgefallene. Was hat es in den letzten Jahren nicht schon alles gegeben: Autobahnen wurden durch Läufe über 42,195 km eingeweiht, Tunnel im Laufschritt durchquert, Läufe in stillgelegten Bergwerken ausgetragen und Kreiselkurse in Parkhäusern angeboten. Und alles erfreute sich guten Zuspruchs!

Etwas Besonderes hatte sich der Oldenburger Arno Zech für seinen vorerst letzten Marathonlauf aber auch einfallen lassen. Er ließ sich nämlich zu seinem 70. Geburtstag im Juni 2005 einen Marathonlauf schenken. Seine Geburtstagsgäste sorgten für die finanzielle Grundausstattung, denn der Jubilar hatte sich als Geschenk die Teilnahme am 36. New-York-Marathon Anfang November 2005 ausgesucht. Obwohl es mittlerweile Startgelegenheiten in den entlegendsten Winkeln der Welt gibt, ist der Big-Apple-Marathon durch die Stadtteile Brooklyn, Bronx, Queens, Harlem und Manhattan immer noch der absolute Höhepunkt im Leben eines Marathonläufers.

Erstaunlich ist, dass der ehemalige Polizeibeamte Zech gar kein „gelernter“ Marathonläufer ist. Über den Dienstsport und die jährliche Sportabzeichenprüfung war er nämlich nicht hinausgekommen, bis er 1995, dem Jahr seiner Pensionierung, zum Lauftreff des TuS Eversten stieß, bei dem auch Laufkurse für Anfänger angeboten wurden. Und so standen zunächst auch nur Läufe zwischen drei und fünf Kilometern auf dem Programm.

Wie schnell er aber läuferische Fortschritte machte, zeigte sich nur ein Jahr später. 1996 hatte er eigentlich nur einige Vereinskollegen als Zuschauer zum Berlin-Marathon begleiten wollen, meldete aber einen Tag vor dem Start spontan nach und lief die Strecke auf Anhieb in 4:14 Stunden. Wieder nur ein Jahr später erzielte er in Hamburg mit 3:38 Std. seine absolute Bestzeit.

Auf den New-York-Marathon bereitete sich Zech nach einer Zeit der Marathon-Abstinenz mit viermaligem Training pro Woche vor, ansonsten läuft er zwei- oder dreimal pro Woche Strecken zwischen 10 und 20 km. In New York kam er ohne Probleme auf 4:49 Std., machte aber die gleichen Erfahrungen, wie schon viele vor ihm: „Eine Rennstrecke ist das dort nicht, man muss zeitweise höllisch aufpassen, wo man hintritt. Schlaglöcher mit beachtlichen Ausmaßen, Eisenplatten und Spurrillen verlangen konzentriertes Laufen.“

Inzwischen stimmt sich der Lauftreffleiter des TuS Eversten schon wieder auf die Frühjahrsklassiker in heimischen Gefilden ein: die 25 km beim VfL Oldenburg und der Syltlauf über 33,33 km stehen in den nächsten Monaten auf dem Programm. Und gewissermaßen als Kontrastprogramm hat sich Zech dann doch wieder etwas Besonderes vorgenommen. Im September geht es nach China, zum Lauf auf der Chinesischen Mauer. Hier hat er sich für den Halbmarathon entschieden. „Bei dem Schwierigkeitsgrad des Laufes mit Bergauf- und Bergabpassagen sowie Treppenstufen reicht mir das.“

Zwischendurch muss er aber noch mit seinen Vereinskameraden den 5. Everstener Brunnenlauf am 4. Juni 2006 organisieren. Der Lauf gehört mit zum Sparda-Cup, einer Laufserie, die mit von Zech initiiert wurde und insgesamt aus fünf Läufen in und um Oldenburg besteht. Einen Marathon will er nun nicht mehr laufen: „Die Teilnahme in New York ist auf dieser Distanz gleichzeitig Höhepunkt und Abschluss gewesen.“ Aber wie sagt er auch noch: „Langzeitplanungen mache ich grundsätzlich nicht, ich lasse alles auf mich zukommen.“ Vielleicht kommt ja noch einmal ein besonders exotischer Lauf auf ihn zu: Zwischen dem (zugefrorenen) Baikalsee, dem Death Valley, den Osterinseln oder dem Nordkap kann er jetzt schon wählen. Eventuell ist ja etwas Passendes dabei. Vielleicht zu seinem 75. Geburtstag?

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