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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Weltmeister beschert echte Glücksgefühle

21.02.2017

Oldenburg „Das war der absolute Hammer“, fand Dirk Policha. Der Tischtennis-Bezirksligaspieler von den Sportfreunden Salzgitter hatte gerade ein Einzel in der neu geschaffenen Senioren-Niedersachsenliga verloren, war aber überglücklich über seinen gewonnenen Satz. Immerhin hatte ihm niemand geringerer als der ehemalige Doppel-Weltmeister Steffen Fetzner gegenübergestanden.

Dank Zweitspielberechtigungen, die erlauben, bei den Senioren für einen anderen Verein zu spielen als im Männerbereich, hatte der gastgebende Oldenburger TB in beiden Konkurrenzen namhafte Mannschaften aufgestellt. Die Ex-Nationalspieler Torben Wosik (Jahrgang 1973), Peter Franz (1971) und Steffen Fetzner (1968) spielten für das Männer-40-Team, die ehemaligen Bundesliga-Akteure Heiko Wirkner (1966), Wang Yansheng (1961) und Nico Popal (1964) für die Männer-50-Auswahl.

An 16 Tischen wurde der erste Koppelspieltag der Ligen mit jeweils acht Mannschaften ausgespielt. Ein beeindruckendes Bild, wie auch Fetzner fand, der in seiner Karriere schon viel gesehen hat. „Das hier ist das Spiegelbild unserer Sportart“, erklärte der 48-Jährige: „Hier hat man Leute aller Leistungsstärken, die nur eines wollen: möglichst viel spielen.“

Berührungsängste zwischen Ex-Profis und den anderen Teilnehmern gab es nicht, die ehemaligen Weltklasse-Spieler präsentierten sich als Stars zum Anfassen. Da spendete auch ein Fetzner schon mal als Schiedsrichter bei einem besonders spektakulären Punkt einem Kreisliga-Akteur Applaus. Die Stars freuten sich über schöne eigene Punkte, aber auch über welche der Gegner.

Ernstgenommen wurde dabei aber jeder Kontrahent. „Man muss schon konsequent herangehen“, meinte Franz: „Ansonsten verliert man schnell mal einen Satz – und dann wird es schwer, den Schalter wieder umzulegen.“

Der 46-Jährige, in der deutschen Rangliste immer noch an Position elf geführt, blieb am Ende ohne Satzverlust, auch wenn er sich auf den einen oder anderen unorthodoxen Spielstil seiner Gegner erst einmal einstellen musste. „Gegen jemanden mit Langnoppen auf beiden Seiten des Schlägers habe ich noch nie gespielt“, erklärte er schmunzelnd nach dem Duell mit Ralf Wolters vom MTV Othfresen.

Die Form sei aber gut gewesen, obwohl er seit letztem Mai nicht mehr trainiert habe, gestand Franz. „Ich muss höchstens mal berufsbedingt neu entwickeltes Material ein wenig testen“, erklärte der Geschäftsführer einer Tischtennis-Ausrüsterfirma: „Aber nach den ganzen Spielen heute habe ich morgen garantiert Muskelkater.“

Wie die anderen ehemaligen Spitzenspieler hatte auch Franz bei der Zusage, für den Oldenburger Turnerbund anzutreten, vor allem die Aussicht gereizt, alte Weggefährten aus der Profi-Zeit wiederzutreffen und mit ihnen auch mal wieder einen sportlichen Wettkampf zu bestreiten. „Wir haben eine super Truppe, toll was der OTB hier auf die Beine gestellt hat“, freute er sich.

Begeistert waren auch die etwa 200 Zuschauer, die sich über den Tag verteilt in der Halle eingefunden hatten. Zumeist waren es selbst aktive Spieler wie zum Beispiel Arno Wippermann vom Ammerländer Bezirksligisten TuS Ekern. „Ich wollte auf jeden Fall die Gelegenheit nutzen, die Heroen meiner Jugend mal wieder spielen zu sehen“, erklärte der 40-Jährige: „Steffen Fetzner hat zusammen mit Jörg Roßkopf jahrelang als Aufkleber meine Schlägerhülle geziert.“

Die Rolle von Roßkopf, der mit Fetzner 1989 WM-Gold und 1992 Olympia-Silber geholt hatte, nahm an diesem Samstag Falk Lechtenbörger ein, der normalerweise beim OTB II in der Bezirksliga spielt und passenderweise wie Roßkopf Linkshänder ist. „Das macht unheimlich viel Spaß, mit so jemandem Doppel zu spielen“, erklärte der Oldenburger: „Es gibt auch wahnsinnig viel Sicherheit, wenn man einen Spieler wie Steffen Fetzner an seiner Seite weiß.“

Ihre Stärken spielten die Mannschaften des OTB dann auch eindrucksvoll aus. Die 40er-Mannschaft mit Wosik, Franz, Fetzner und Lechtenbörger gewann gegen den TSV Ingeln-Oesselse und den TV Othfresen jeweils mit 10:0. Gegen die Sportfreunde Salzgitter führten zwei Niederlagen von Lechtenbörger zum 8:2.

Die Männer-50-Auswahl präsentierte sich noch überlegener. Jeweils mit 10:0 endeten die Duelle mit dem Post SV Cloppenburg, dem SV Altenhagen und dem MTV Adenbüttel. Dabei gaben Yansheng, Popal und Wirkner sowie die OTB-Routiniers Lothar Rieger und Hergen Berger insgesamt nur einen Satz ab.

In dieser Altersklasse war auch eine zweite OTB-Mannschaft mit Berger, Kurt Dröge, Ton Schut, Thomas Storch und Detlef Schemhoff gestartet. Sie setzte sich gegen den Post SV Cloppenburg mit 7:3 durch, unterlag aber TTF Wolfsburg (1:9) und SV Altenhagen (3:7).

Das Ziel für die beiden ersten OTB-Teams lautet nun, am zweiten Koppelspieltag im April in Bennigsen die Qualifikation für die Deutschen Senioren-Mannschaftsmeisterschaften perfekt zu machen. Nur der jeweilige Staffelsieger löst das Ticket für die Titelkämpfe am 10./11. Juni in Schwarzenbeck.

Das sollte bei der starken und prominenten Besetzung auch gelingen. „Wenn wir das schaffen, muss ich aber doch wieder ein wenig trainieren“, kündigte Franz mit einem Augenzwinkern eine gute DM-Vorbereitung an.

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