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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Trendsport: Weniger Wettkampf – mehr Teamgeist

04.04.2013

Oldenburg „Skaten ist nicht nur eine Sportart, sondern eine Lebensweise“, beschreibt Michael Meibers-Hinrichs (41) die Faszination, die das Skaten auf ihn ausübt. Jahrelang steht er schon selber auf dem Board, betreibt ein Skate-Geschäft in Oldenburg und betreut das Skaterprojekt „Block 14“ auf dem ehemaligen Donnerschwee-Kasernengelände. Bevor er in Oldenburg aktiv wurde, hat er sich für die Playground Skatehalle in Aurich engagiert. Hinrichs trägt „typische Skaterkleidung“: Kapuzenpulli, Mütze oder Cap, weite Hose und passendes, sportliches Schuhwerk. Letzteres ist besonders wichtig, schließlich braucht man festen Halt unter den Füßen.

Eine eigene Kultur

Aber nicht nur das Outfit symbolisiert das Gemeinschaftsgefühl unter Skatern. „Egal wo man auf der Welt ist und sich aufs Board stellt, man wird sofort willkommen geheißen, hat notfalls eine Bleibe für die Nacht oder fährt zusammen über die Piste und lernt neue Tricks“, sagt Hinrichs. „Dieser globale Zusammenhalt ist eine Art eigene Kultur, die sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt hat“, erklärt er. Das Skaten gehört ebenso wie der BMX-Sport oder Parkour zu den sogenannten „Urban Sports“. Das sind Sportarten, die man größtenteils im Freien ausübt und die ein großes Maß an Spontanität, Kreativität und eigenständigem Handeln voraussetzen.

„Man ist bei diesen Sportarten weniger einer Hierarchie untergeordnet, der Wettkampfgedanke rückt in den Hintergrund. Ausschlaggebend ist die individuelle Freizeitgestaltung über regelmäßige, feste Zeiten hinaus“, sagt Roman Eichler von der Universität Oldenburg, der sich in seiner Promotionsarbeit mit „Urban Sports“ auseinandersetzt.

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In Deutschland sind es vor allem jüngere Menschen, die sich zu diesen Sportarten hingezogen fühlen. Ab und zu gesellen sich auch noch die Eltern dazu. „Bis wir aber soweit wie die Vereinigten Staaten sind, wo sich auch die Großeltern noch aufs Skateboard stellen und mit ihren Enkeln fahren, dauert es noch ein wenig“, scherzt Hinrichs.

Wer früh mit dem Skaten anfängt, bleibt laut Hinrichs auch lange dabei. „Wer die Grundlagen erstmal kann, möchte mehr lernen. Zu uns in den „Block 14“ kommen vor allem Kinder zwischen drei und zwölf Jahren, die Trainingsangebote suchen“, sagt er. Erfreulich sei auch der Zuwachs bei den Mädchen. „Da haben wir fast ein Verhältnis von 50 zu 50“, erklärt Hinrichs. Für die professionelle Ausübung des Sports fehle es in Oldenburg allerdings an geeigneten Trainingsflächen, findet er.

Wunsch nach neuer Halle

Bislang gibt es zwei Hallen, in denen Skater trainieren können. Am Bahnhof (Backyard) und im „Block 14“. Die Fahrzeughallen auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne können allerdings wohl nicht mehr lange für sportliche und kulturelle Zwecke genutzt werden. Die Verwaltung teilte im Sportausschuss mit, dass der Investor die unter Denkmalschutz stehenden Fahrzeughallen zu Wohnungen umbauen möchte. Allerdings sind bislang noch keine Kündigungen der Mietverträge ausgesprochen worden (die NWZ  berichtete). Unter anderem deswegen wird im Sportausschuss derzeit über den Neubau einer Skatehalle beraten.

Das Hamburger Büro „Adam & Partner“ wurde von Politikern und Verwaltung mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, deren Ergebnis in weiteren Sportausschusssitzungen vorgestellt werden soll (der erste Workshop findet am 12. April statt). Als geeignete Flächen wurden, wie berichtet, der Osternburger Utkiek sowie die Flugzeughalle und Shelter 13 auf dem ehemaligen Fliegerhorst ausgemacht.  Der Bau einer neuen Halle findet bislang Zuspruch. „Eine neue Halle ist notwendig, weil die Möglichkeiten, urbane Sportarten auszuüben, in der Stadt Oldenburg momentan nur sehr begrenzt sind. Die Hallen, die wir haben, sind von ihrer Beschaffenheit, speziell vom Bodenbelag her, nicht für extremere Sportarten ausgelegt“, sagt Susanne Menge von den Grünen.

Zugpferd für die Jugend

„Für die Stadt würde die Halle bringen, dass Kinder und Jugendliche sich und ihre Sportart hier wiederfinden“, ergänzt sie. Heinz Backhaus von der SPD sieht eine neue Halle als Anzugspunkt für Jugendliche: „Die Schaffung einer neuen Sportanlage für Rollsportarten würde den Prädikaten Sportstadt und familienfreundliche Stadt entsprechen und hätte gerade auf jüngere Nutzer bezogen ein großes Einzugsgebiet über die Stadtgrenzen hinaus“, erklärt er. Bis jedoch erste Entscheidungen für oder gegen eine neue Halle getroffen werden können, dauert es noch einige Monate. Mit den Ergebnissen des ersten Workshops ist Mitte April zu rechnen.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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