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Interview: „Wir sind keine Übermannschaft“

06.12.2013
Frage: Frau Hansel, Sie haben vor der Saison behauptet, es gebe keine Übermannschaft in der 3. Handball-Liga. Haben Sie Ihr eigenes Team unterschätzt?

Alexandra Hansel (31): Nein, weil ich finde, dass wir keine Übermannschaft sind. Wir gewinnen nicht jedes Spiel mit mindestens zehn Toren Unterschied wie die Füchse Berlin vor zwei Jahren. Oft geht es bei uns ganz knapp zu, aber meine Spielerinnen haben gelernt, sich durchzusetzen, wenn es eng wird. Wir sind eine starke Mannschaft und stehen zu Recht oben.

Frage: An diesem Sonnabend geht’s zum ärgsten Verfolger. Werder Bremen hat 19:3 Punkte auf dem Konto, Sie mit ihrem Team 22:0 – wie groß ist das Selbstbewusstsein vor dem Duell?

Hansel: Nach elf Siegen aus elf Partien sollte es schon groß sein, sonst läuft etwas falsch. Aber wir sind nicht überheblich und wissen, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen. Am Sonnabend fehlt uns zudem Leonie Schulte, die nach ihrer Disqualifikation aus dem Badenstedt-Spiel gesperrt ist.

Frage: Werder hat Ihrem Team in den Vorjahren immer alles abverlangt ...

Hansel: Auch in dieser Saison zählt Bremen für mich wieder zu den Titel-Kandidaten. Die Mannschaft hat sich nach einigen Wacklern zu Beginn gesteigert und mit Torjägerin Julia Lupke enorm verstärkt. Auch unsere frühere Kreisläuferin Nele Osterthun ist vor kurzem zu Werder gewechselt. Es ist eine eingespielte Mannschaft, die schnellen Handball zeigt und uns hart attackieren wird. Ich erwarte einen heißen Tanz im Derby, weil Werder in dieser Saison unbedingt in die 2. Liga aufsteigen will.

Frage: Das ist dem VfL II als Bundesliga-Reserve auf jeden Fall verwehrt. Ärgert Sie das?

Hansel: Zwar spielen wir, was das angeht, um die goldene Ananas, doch für uns stehen andere Dinge im Vordergrund. Hauptziel des VfL ist es, Talente zu fördern und sie weiter auszubilden. Wenn dann wie zuletzt einige den Sprung in den Bundesliga-Kader schaffen, bestätigt das unser Konzept. Genau dafür ist die 3. Liga die richtige Spielklasse.

Frage: Also geht Talentförderung vor Tabellenstand?

Hansel: Ja, aber wenn wir auf die Platte gehen, wollen wir auch gewinnen. Dann fällt ohnehin alles leichter, als wenn man unten steht und nur Niederlagen aufarbeiten muss. Und bei uns rücken jedes Jahr starke Talente nach, so dass wir so manchen personellen Umbruch schon gut weggesteckt haben.

Frage: Vor Saisonbeginn haben Sie gescherzt: „Werden wir nicht Herbstmeister, werde ich entlassen.“ Mit einem Erfolg in Bremen können Sie am Sonnabend Ihren Job retten ...

Hansel: Genau. Doch das war natürlich ein Scherz, und die Herbstmeisterschaft ist für mich die silberne Ananas. Sollten wir gewinnen, werde ich mich über den Sieg gegen unseren großen Rivalen Werder Bremen freuen – nicht so sehr über Platz eins nach der Hinrunde.

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