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Aktualisiert vor 6 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Zehn Nationen in einem Fußballteam

26.11.2014

Krusenbusch /Alexandersfeld Die haushohen Niederlagen zum Saisonstart haben sie nicht abgeschreckt. „Wir hatten keine Chance, aber jetzt haben wir den ersten Sieg eingefahren“, erzählt Trainer Boris Niemann stolz. Mit einem überraschenden 3:2-Erfolg vermasselte die vierte Mannschaft des Krusenbuscher SV vor kurzem dem Favoriten Tura III die Herbstmeisterschaft in der dritten Kreisklasse.

Das Besondere: Das Team besteht zu rund 90 Prozent aus Flüchtlingen. Erst seit diesem Sommer nimmt es am Spielbetrieb des Fußball-Kreises Oldenburg-Stadt teil. „Nur so zum Spaß sind wir im Mai 2012 mit dem Angebot im Wohnheim an der Gaußstraße gestartet“, erzählt Sozialarbeiter Dieter Porschien. Auch er streift hin und wieder das Trikot über. Inzwischen treffen sich rund 25 Kicker aus zehn Nationen, um ihrem Hobby nachzugehen.

„Was bei Real Madrid oder Bayern München funktioniert, ist in der dritten Kreisklasse nicht so einfach“, sagt Trainer Niemann mit Blick auf seine Multi-Kulti-Mannschaft. Die Aktiven kommen unter anderem aus Albanien, Syrien, der Elfenbeinküste, dem Irak und Afghanistan. Nicht immer funktioniere die Verständigung reibungslos, obwohl die Flüchtlinge Deutschkurse besuchen.

„Es gehört viel Herzblut dazu. Wir wollen verhindern, dass sich einzelne Gruppen abkapseln“, berichtet der Coach. Derzeit trainiert der KSV IV in einer Sporthalle auf dem Fliegerhorst.

Wenn sie sich zum Fußball treffen, vergessen die Kicker für zwei Stunden die Sorgen um ihre Zukunft oder um die Familien in ihrer Heimat. „Ich bin seit zwei Jahren in Deutschland“, erzählt Sahil Nemati aus Afghanistan: „Dort habe ich auch Fußball gespielt.“ Der 32-Jährige ist mit Engagement dabei, bescheinigt Betreuer Jan Niemann: „Er legt immer große Leidenschaft an den Tag und hat richtig Bock auf die Sache.“

Neugierig wurde auch Isabell Appelgren. Sie studiert Soziale Arbeit an der Fachhochschule Emden und betreut ein Projekt mit den Bewohnern im ehemaligen Parkhotel – neben Gaußstraße und Schützenweg, eine der drei Oldenburger Unterkünfte. Die Studentin und ehemalige Fußballerin stieß als Torwarttrainerin dazu. „Das Ganze ist eine sinnvolle Sache und dient der Integration“, lobt sie und plädiert für möglichst viel Normalität: „Das sind normale Jungs, die Fußball spielen wollen, wie so viele andere auch.“

Von einer positiven Resonanz spricht Projektgründer Porschien: „Ich wünsche mir, dass sich die Vereine noch weiter öffnen.“ Denn der Sport könne einen wichtigen Beitrag leisten, Vorurteile abzubauen. Zudem bringe Bewegung Abwechslung in den nicht immer leichten Alltag.

Für die Winterpause sucht der KSV IV noch Testspielgegner aus der zweiten oder dritten Kreisklasse. Denn im Februar wollen die Jungs gewappnet sein für die vereinsinternen Derbys – gegen Krusenbusch II und III – und für eine weitere Überraschung sorgen.

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