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Versuchte Tötung löst Großeinsatz aus
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Aktualisiert vor 2 Minuten.

Frau In Norddeich In Lebensgefahr
Versuchte Tötung löst Großeinsatz aus

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

In voller Montur zum Marathon

10.08.2017

Oldenburg Ob ihn seine Kollegen für verrückt erklärt hatten, als er mit dieser Idee um die Ecke kam? Ach was! Nein, nein. Quatsch. Im Gegenteil! Behauptet zumindest Ideengeber Henning Beer.

Sei’s drum. Der 41-jährige Brandmeister der hiesigen Berufsfeuerwehr hat nun zumindest zu verantworten, dass sieben seiner Kollegen – und ja, er selbst nicht minder – Mitte Oktober in zwei Teams am Oldenburger Staffel-Halbmarathon teilnehmen werden. Ein Halbmarathon, also rund 21 Kilometer? Mit vier Leuten? Na, das macht ja nur knappe 5,5 Kilometer pro Teilnehmer. Und dürfte angesichts sonstiger Einsatzlagen unter erschwerten Bedingungen doch eigentlich mühelos zu schaffen sein. Oder?

Nun ja. Eine klitzekleine Erschwernis gibt’s dann wohl doch: Die Einsatzkräfte sind derart Feuer und Flamme für den Lauf, dass sie diesen in Vollmontur bestreiten werden. Sprich: Nicht nur in Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, sondern auch mit einsatzüblicher Schutzjacke wie -hose, dem obligatorischen Helm, dazu Atemschutzgerät samt zugehörigem -gestell. Macht 25 Kilogramm Zusatzgewicht. Fließender Schweiß nicht eingerechnet...

Acht Minuten im Schnitt

„Wir selbst haben zwar nichts davon, aber es fühlt sich gut an“, sagt Beer – und wird damit nicht unbedingt das Körpergefühl unter dieser besonderen Form der Belastung meinen. Gut fühlt sich vielmehr, wer Gutes tut. Und das ist dann die andere Seite dieser kuriosen Lauf-Idee. Denn als „winkende Zaunpfähle“, so Henning Beer, wolle man so auf zwei Vereine mit besonderem Spendenbedarf hinweisen: Trauerland (Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche) und Flugkraft (Fotoprojekt gegen Krebs). Sie seien der tatsächliche Grund des Staffellaufs.

„Wir selber dürfen und werden natürlich keinerlei Geldspenden annehmen“, so der Organisator, „aber wir würden uns sehr freuen, wenn die Menschen durch unsere Aktion auf die Arbeit dieser beiden regionalen Vereine aufmerksam werden und dann entsprechend spenden.“

So „ein paar tausend Euro“, das wäre ja schon was. Beeinflussen können es die Brandbekämpfer als Bedienstete des Volkes freilich nicht. Und den Spendenfortschritt verfolgen – sofern die Gelder nicht ausgewiesenermaßen mit „Feuerwehrlauf“ auf die Vereinskonten gehen – ebenso wenig. Was sie aber können: Über das Gute reden, und dann vielleicht auch noch am 22. Oktober eine ordentliche Leistung auf dem Rundkurs abliefern. Wenn möglich.

Einen Sieg rechnen sich die mitlaufenden Kollegen wie Christian Rohde da natürlich nicht aus. Und der muss es auch gar nicht sein. Schön wäre angesichts der Extrembelastung indes eine Zeit von plusminus acht Minuten je Kilometer. Und das hält Brandmeister Rohde (29) für durchaus realistisch – gehe man von einem normalen Sechs-Minuten-Schnitt aus. Ob sich dieses Vorhaben tatsächlich auch so umsetzen lässt und nicht am Ende gar achteinhalb oder neun oder zehn Minuten auf der Stechuhr stehen, werden die wackeren Acht in den nächsten Wochen noch erproben. Vorbereitet wird sich bis dahin privat in den Fitnessräumen der Feuerwehr. Auf dem Laufband, dem Ergometer oder den Trainingsrädern. Auch mal auf der Hundsmühler Höhe oder an der Hunte entlang. Dies zwar ohne Zusatzausrüstung, dafür aber immer nach Absprache in der dafür bestimmten Whatsapp-Gruppe. So ganz ohne läuferische „Vorbildung“ geht da aber kein Kollege ins Rennen. Die teilnehmenden Jungs sind zwischen Ende 20 und Mitte 40, haben Marathon- oder Airborne-Fit-Run-Erfahrungen gesammelt.

Was Beer außerdem Hoffnung macht: Kollegen in Hamburg und Flensburg haben sich dieser Herausforderung bereits gestellt – und sind allesamt „durchgekommen“. Warum also sollte es da nicht auch bei den gestählten Jungs der Feuerwehr Oldenburg klappen?

Der Amtsleiter hat die Aktion bereits wohlwollend abgesegnet, die Veranstalter von „Oldenburg Marathon“ ebenso. Und einen ganzen Schwung „Ersatzläufer“ hätte Beer aus Reihen der Berufs- aber auch Freiwilligen Feuerwehr schon in der Hinterhand, falls mal beim ein oder anderen Kollegen etwas dazwischenkommen sollte. Wird es aber sicher nicht. Weil jeder Kollege dieses Projekt für den guten Zweck bis zum Zieleinlauf bestreiten will. Koste es, was es wolle. Die unumgängliche Startgebühr hat zumindest schon jeder freiwillig und gern bezahlt...

Seit einigen Tagen sammelt die Truppe, bestehend aus Kollegen dreier Wachabteilungen, mit ihrem eigens angelegten Profil auch auf Facebook fleißig „Likes“: Unter „Feuerwehr Oldenburg – Spendenlauf 2017“ wird die Aktion weiter beworben, etwaige Trainingsrückstände der Teilnehmer schonungslos offengelegt. In der Hauptsache aber wird (neben der Arbeit) die Werbetrommel für besagte zwei Vereine gerührt. „Die Idee kam uns, als ein Kollege aus persönlichen Gründen von Flugkraft berichtete“, so Rohde. Beer schätze überdies, was Trauerland in der Gesellschaft leiste. Deshalb werde man nicht nur alle Kraft in den Werbelauf setzen, sondern auch privat noch weiter „Klinkenputzen“ – damit sich all der Aufwand lohne. Und auch die Schmerzen leichter zu ertragen sein mögen.

Vielleicht gepolstert

„Ich habe schon mal einen Probelauf mit Flasche gewagt“, so der 41-Jährige, „die Flasche scheuerte schon ganz ordentlich und sorgte für einen blutigen Rücken.“ Anders festzurren? Vielleicht mit kleinen Polstern abfedern? „Noch sind wir in der Optimierungsphase“, gibt Beer zu.

Gelaufen wird am 22. Oktober im Übrigen nicht gegeneinander, auch wenn man zwei ambitionierte Staffeln stellt. Man werde stattdessen immer zu zweit laufen – weil’s die Wirkung vergrößere. Als bestmögliche Werbefläche hat man da die Atemluftflasche ausgemacht. Die wird nun für den Lauf ausnahmsweise „vermietet“. Wer also belegbar ordentlich spendet, kann sich darauf zumindest für den Staffellauf verewigen. „Wenn es klappt“, könnte eine weitere Aktion schon im nächsten Jahr starten. Die Jungs sind derart heiß auf ihre Werbeaktion, dass daran zumindest aktuell keinerlei Zweifel besteht. Und wer weiß, vielleicht geht die Feuerwehr dann ja nicht nur mit zwei, sondern vielen weiteren Staffeln an den Start? Gute Zwecke gibt’s schließlich mehr als genug. Weitere Infos per Mail unter: SpendenmarathonOL@ewetel.net

So trainieren die Einsatzkräfte

In totaler Dunkelheit durch unbekanntes Terrain? Schwer bepackt in extremer Hitze? Einmal jährlich müssen Rettungskräfte der Feuerwehr zu Prüfungszwecken in Vollmontur durchs Gitterlabyrinth im Keller der Feuerwache II. Die NWZ hat einen Erklärfilm zur Extrembelastung erstellt.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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