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Stadiongeschichte in Oldenburg Marschwegstadion? – Man wusste mit dem Areal nichts Besseres anzufangen

Das Dach schwebt ein:  Die Sitzplatztribüne im Marschwegstadion wurde 1996 aus Einzelteilen zusammengesetzt.

Das Dach schwebt ein: Die Sitzplatztribüne im Marschwegstadion wurde 1996 aus Einzelteilen zusammengesetzt.

Stadtverwaltung

Oldenburg - Geliebt worden ist es nie, das Marschwegstadion. Weder von den Leichtathleten, die jahrelang um eine Kunststofflaufbahn und dann, als die alte verschlissen war, um eine neue betteln mussten – und von den Fußballern erst recht nicht. Die Fans sind weit weg vom Spielgeschehen, getrennt durch die Laufbahn, nur eine Kurve ist ausgebaut, die Stehplätze sind nicht überdacht, und durch die zugige Sitzplatztribüne pfeift der Wind und treibt den Regen auf die oberen Reihen.

Neue Sitzschalen

Nun wird die Tribüne saniert, die alte Bestuhlung mit Schalen ohne Rücklehne gegen eine neue mit Lehne getauscht. Das Flutlicht kommt, die technische Ausstattung für Polizei und Medienvertreter wird auf einen modernen Stand gebracht, der Sanierungsstau, der sich über 25 Jahre aufgebaut hat, wird aufgelöst. Rund vier Millionen Euro kosten die Modernisierungsarbeiten. Für Geld, das unabhängig von einem möglichen Stadionneubau neben der Weser-Ems-Halle ausgegeben werden muss, will man in Oldenburg noch höherklassigen Fußball sehen. Selbst für die Regionalliga genügt das Marschwegstadion den Anforderungen nicht. Die Sportstätte liegt mitten in einem Wohnviertel, neben dem Olantis Huntebad und dem denkmalgeschützten Schlossgarten.

Neben Huntebad

Doch wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass an dieser Stelle ein Stadion gebaut wurde. Die Antwort: Man wusste mit dem Areal nichts Besseres anzufangen und die Pläne lagen schon länger vor. Im und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das zwischen dem Marschweg und dem Strandbad (Huntebad) gelegene Grundstück dann allerdings als Mülldeponie genutzt, die sich mit einem Ausläufer bis zur Vereinigungsstraße hinzog. Der Müll ist unter dem Stadion auch heute noch wenige Zentimeter unter den Rasenflächen und der Pflasterung zu finden.

Bei Aufgabe der Mülldeponie in den 50er Jahren verzichtete man darauf, sie professionell abzudecken und zu sichern.

Und so stößt man heute beim Graben schnell auf Bauschutt, der über die Fläche gekippt wurde. Darüber kam dann zur Abdeckung eine vergleichsweise dünne Schicht Mutterboden, auf dem der Rasen wachsen sollte. Über die Deponie wuchs im wahrsten Sinne des Wortes Gras, doch die Altlasten stellen die Verantwortlichen bei Bauvorhaben immer wieder vor Probleme.

Selbst an eine Drainage dachte man lange Zeit nicht. Diese wurde erst vor wenigen Jahren eingezogen. Spiele können nun auch während einer längeren Regenperiode noch ausgetragen werden – selbst in der dunklen Jahreszeit.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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