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Thema einer Masterarbeit für Schützenweg Kleine Tiny-Häuser statt hoher Geschossbauten

Tiny Houses statt mehrgeschossiger Neubauten auf dem Diakonie-Grundstück am Schützenweg: Das ist die Idee  der Masterarbeit von    Pamela Mar.

Tiny Houses statt mehrgeschossiger Neubauten auf dem Diakonie-Grundstück am Schützenweg: Das ist die Idee der Masterarbeit von Pamela Mar.

Pamela Mar

Oldenburg - Wohnen im Grünen statt verdichteter, Bebauung; Platz für Begegnungen und Spaziergänge für Seniorinnen und Senioren; soziales Miteinander über alle Generationen und Schichten hinweg statt Streben nach Kommerz an vorderster Stelle: Pamela Mar weiß, dass eine Tiny-House-Siedlung auf dem Diakonie-Grundstück am Schützenweg wohl ein Traum bleiben wird. Zu weit sind die Planungen für eine Bebauung fortgeschritten, die nach einem ersten Scheitern im vergangenen Jahr dem Bauausschuss im Herbst nach einer Überarbeitung erneut präsentiert werden sollen.

Blick geöffnet

Dennoch, sie öffnet mit einer kreativen Idee einen völlig neuen Blick auf das Quartier. In ihrer Masterarbeit an der Hochschule Bremen hat sie einen alternativen Ansatz zur baulichen Nutzung des Grundstücks entwickelt, der den Nachbarn als entschiedene Gegner einer verdichteten Bebauung gefallen dürfte. Das Grün soll so weit wie möglich geschont, Spazierwege könnten angelegt und 30 Tiny-Houses aufgestellt werden. Es wären noch mehr möglich, aber dann wird es zu eng, sagt Mar.

Idee bleibt wohl Traum

Doch ihre Idee wird ein Traum bleiben, es gibt andere Pläne für das Grundstück. Nach Mitteilung der Stadt auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte Stadtsprecherin Kim Vredenberg-Fastje, dass „die Entwicklung der Flächen am Schützenweg voraussichtlich in der nächsten Sitzung des Bauausschusses am 21. September behandelt werden sollen. Derzeit gibt es noch Abstimmungen zwischen der Stadt und den Grundstückseigentümern.“ Sobald diese Vorabstimmungen erfolgt seien und Basis für ein neues Bauleitplanverfahren sein könnten, würden sie der Öffentlichkeit über den Fachausschuss präsentiert. Nach der Fassung eines vom Ausschuss gefassten neuen Aufstellungsbeschlusses würde sich dann eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung anschließen, in der die konkrete Planung vorgestellt und mit den Bürgerinnen und Bürgern erörtert werden würde.

Flexible Wohnform

Pamela Mar hatte das Thema „Tiny Houses als flexible Wohnform im städtischen Raum“ für ihre Masterarbeit gewählt, weil sie selbst betroffen ist. Mit ihrer Familie war die 30-Jährige außerhalb ihres Geburtsortes in Mexiko viel unterwegs, hat sich in den USA, England (dort hat sie ihr Abitur gemacht) oder China aufgehalten. In Peking hat sie nach ihrem in Mexiko erworbenen Bachelor-Abschluss gearbeitet. Als sie ihr Zeugnis in Mexiko abholte, schlug das Schicksal zu. Sie lernte den Oldenburger Gerold Tellmann kennen, der dort als Projektmanager für ThyssenKrupp im Einsatz war. Liebe auf den ersten Blick – ihrem Lebenspartner folgte sie schließlich nach Oldenburg, sie heirateten. Nun geht es gemeinsam für ein halbes Jahr auf eine Südamerika-Reise. Die Länder wollen sie per Auto erkunden.

Wohnen im Container

Für sich selbst baut sich das Paar einen ausgedienten Container zum Tiny House um, der sich leicht auf einem Schiff oder Lastwagen von einem Grundstück zum nächsten transportieren lässt. Wenn man denn einen neuen Platz dafür findet, auf dem man ihn abstellen kann. Daran mangelt es allenthalben. In ihrer Masterarbeit hat sie sich dafür entschieden, die Tiny Houses mit einem Schraubfundament zu verankern und kaum Beton zu verbauen. Pamela Mar: „Dies ermöglicht es, die Häuser für den Transport leicht zu demontieren.“

Flächen fehlen

Mit der Ausweisung geeigneter Flächen tut sich die Stadt schwer. Der Haken daran: Die Stadt will die Parzellen für eine geeignete Fläche auf dem ehemaligen Fliegerhorst nicht weit entfernt vom Ammerland verkaufen. Und das widerspricht dem Gedanken der Tiny-House-Gemeinschaft grundlegend. Die will zeitlich und räumlich frei und ungebunden sein. Vielleicht wäre eine begrenzte Pacht ein Kompromiss, hofft Pamela Mar. Denn die Houses hätten für die Stadt einen entscheidenden Vorteil: Verglichen mit dem Raumbedarf auf Grundstücken sind sie gegenüber einem Doppelhaus doppelt so effizient.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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