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Verein Wildwasser berät Opfer sexueller Gewalt in Oldenburg Fast 500 Betroffene im Jahr 2021

Der Verein Wildwasser berät in Oldenburg Frauen und Mädchen, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind.

Der Verein Wildwasser berät in Oldenburg Frauen und Mädchen, die Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind.

dpa

Oldenburg - Die Zahl der Mädchen und Frauen, die bei der Beratungsstelle Wildwasser Hilfe suchen, ist im Jahr 2021 erneut gestiegen. „Die Nachfrage ist gewachsen, und die Intensität der Beratungen hat zugenommen“, fasst Frauke Janßen vom Leitungsteam der Einrichtung zusammen. 498 Ratsuchende haben sich 2021 bei Wildwasser gemeldet, im Jahr 2020 waren es 428.

Die Corona-Pandemie habe an dieser Steigerung einen Anteil, so Janßen. „Die Pandemie ist aber nicht der Auslöser von Gewalt gegen Frauen, sondern es sind vorhandene Machtstrukturen“, betont sie.

Bis an die Grenze

Die fünf Beraterinnen von Wildwasser hätten in den vergangenen zwei Jahren bis über ihre Kapazitätsgrenze hinaus gearbeitet. Aufgrund der Hygienebestimmungen haben sie die Beratungen eine Zeit lang nur Online angeboten. Nicht jede dieser Beratungen bezieht sich auf einen akuten Fall. „Die Menschen, die einen Missbrauch erlebt haben, tragen das oft lange mit sich herum“, erzählt Frauke Janßen. Manchmal würden sie erst Jahre später darüber sprechen. Die Corona-Pandemie habe mit der Bedrohung durch den Virus und den Stress dazu beigetragen, dass viel Unbewältigtes in den Menschen hochgekommen sei.

Fakten und Zahlen

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, für die 10.000 Frauen in Deutschland befragt wurden, haben 13 Prozent der Befragten, ab dem 16. Lebensjahr Formen von sexualisierte Gewalt erlebt, die als Straftat gilt.

58 Prozent der Frauen und Mädchen zwischen 16 und 85 Jahren haben sexuelle Belästigung erlebt und 40 Prozent haben körperliche oder sexualisierte Gewalt oder beides erlebt.

Bei den Täterinnen und Tätern handelte es sich in 49 Prozent der Fälle um (Ex-)Partner, in 22 Prozent um jemand flüchtig Bekanntes und in 20 Prozent um Freunde, Bekannte und Nachbarn.

Die meisten Ratsuchenden bei Wildwasser waren in 2021 direkt von sexueller Gewalt Betroffene (283 Personen). Hilfe bei Wildwasser suchten aber auch Eltern und Bekannte sowie Fachkräfte, zum Beispiel aus Schulen. Die meisten von ihnen kamen aus Oldenburg, gefolgt vom Landkreis Oldenburg und dem Landkreis Ammerland.

Nicht alle Beratungen, die die Fachkräfte bei Wildwasser durchgeführt haben, haben einen aktuellen Anlass. 46 Prozent der Gespräche dienten im vergangenen Jahr der Stabilisierung von Opfern. Sexualisierte Gewaltverbrechen haben oft langwierige Belastungen für die seelische und körperliche Gesundheit der Betroffenen zur Folge. In 23 Prozent der Kontakte war eine direkte Krisenintervention gefragt. Weitere Hilfen des Vereins waren Anträge an den Bundesfonds sexueller Missbrauch, Anzeigenvorbereitung und Vermutungsabklärungen.

Offene Sprechstunde

Mittlerweile findet die Beratung bei Wildwasser wieder persönlich vor Ort in den Räumen der Einrichtung an der Lindenallee 23 statt. Für ein Gespräch kann man sich telefonisch unter 0441/16656 anmelden (montags 9 bis 11 Uhr, mittwochs und donnerstags von 14 bis 16 Uhr). An jedem Mittwoch von 16.30 bis 17.30 Uhr kann man außerdem in einer offenen Sprechstunde ohne Anmeldung kommen. Videogespräche sind auf Wunsch auch immer noch möglich.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg
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