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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Mit Pinzette auf Knochensuche

24.08.2012

Oldenburg Auf eine Zeitreise in die Vergangenheit hat sich an den letzten beiden Tagen ein Team aus Forschern an der Ofener Straße begeben. Unter der Leitung von Dr. Jana Esther Fries, Bezirksarchäologin vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) in Oldenburg, und Dr. Birgit Großkopf, Anthropologin von der Universität Göttingen, wurden etwa 20 alte Urnen aus der späten Bronzezeit bis frühen Eisenzeit untersucht. Sie stammen von einem Gräberfeld aus Uelsen (Grafschaft Bentheim).

„Von 2003 bis 2005 wurden die Urnen in Uelsen freigelegt und eingegipst. Schon vor zwei Jahren haben wir die ersten Grabgefäße geöffnet. Jetzt setzen wir die Arbeit fort“, berichtet Jana Esther Fries. Den Kontakt habe Michael Wesemann, der für den Arbeitskreis „Bronzezeithof“ Uelsen die Ausgrabungen damals geleitet hat, hergestellt.

Ein feines Händchen und Geduld ist bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die ebenfalls dem Team „Bronzezeithof“ angehören, gefragt. Mit einer Pinzette durchsuchen sie vorsichtig die oberste Schicht der aufgeschnittenen Urnen. Kleine Knochenstücke werden seziert, erst dann kann mit Löffel und Sieb nach größeren Fundstücken gesucht werden. „Die Knochen sind gelegentlich anatomisch sortiert in den Urnen. Das bedeutet, Schädelstücke finden sich weiter oben, während Fußteile tiefer sitzen“, erklärt Birgit Großkopf.

Die Forscher können mit den Knochenstücken oder Zähnen interessante Ergebnisse erzielen. So stellen sie in der späteren Analyse anhand der Fundstücke fest, in welchem Alter der Mensch bei seinem Tod gewesen ist, welches Geschlecht er hatte und ob er an Arthrosen an Gelenken oder Wirbelsäule gelitten hat. „Wir können schon jetzt sagen, dass viele Kinder in den Urnen verbrannt wurden“, berichtet Großkopf. Klar sei bekannt, dass die Kindersterblichkeit vor rund 3000 Jahren höher gewesen sei, aber dennoch: „Von den zwölf Urnen, die wir am Montag ausgenommen haben, waren zehn Menschen nicht erwachsen“, sagt Großkopf. Das sei eine extrem hohe Zahl, die so nicht zu erwarten war.

Das Uelser Gräberfeld hat rund 130 Gräber. Nach und nach sollen die Urnen untersucht werden. Jana Esther Fries wird diesen Weg weiter begleiten. „Man staunt immer wieder, was aus diesen uralten Fundstücken abgeleitet werden kann“, betont Fries.


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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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