• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Natur erobert verlassenen Fliegerhorst

02.10.2013

Alexanderheide Einst starteten und landeten Düsenjäger und Phantombomber mit ohrenbetäubendem Lärm auf dem Fliegerhorst, Kerosingeruch lag in der Luft, das Betreten des Geländes war strengstens untersagt. Letzteres zum Glück für die Natur, die sich auf der Alexanderheide prächtig entwickelte.

„Es gibt dort mehrere besonders geschützte Biotope“, weiß Robert Sprenger vom städtischen Umweltamt. Die Bundeswehr hat die Flächen nicht gedüngt, nur ein- bis maximal zweimal pro Jahr das Gras geschnitten, und sie ansonsten in Ruhe gelassen. Magerrasen haben sich entwickelt, auf denen im Frühling beispielsweise Heidenelken blühen – Lebensraum auch für stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten. „Der Landschaftstyp ist in ihrer Ausprägung sehr selten und von herausragender Schönheit“, so Andrea Meiners (49) von der Unteren Naturschutzbehörde.

39 Hektar groß ist die Fläche, die im nordöstlichen Bereich des Fliegerhorstes neben der Alexanderstraße liegt und unter Naturschutz gestellt werden soll. Doch das verhindert (noch) die SPD-Fraktion im Stadtrat, die im jüngsten Umweltausschuss mit einem Antrag auf Vertagung für eine weitere Verzögerung gesorgt hat.

Sehr zum Ärger von Geobotaniker Prof. Dr. Rainer Buchwald vom Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg. Buchwald ist beratendes Mitglied im Umweltausschuss und hat mit seinen Studenten das Gebiet untersucht. „Es ist sicherlich das am besten ergründete Biotop Oldenburgs“, schätzt Sprenger den Einsatz des Professors für den Umweltschutz ein. Die Heideflächen seien ein erhaltens- und schützenswertes Kulturgut und sie lägen in einem Trinkwasserschutzgebiet, in dem sich Brunnen vom OOWV befinden. Auch die Wassergewinnung habe die Landschaft mitgeprägt. „Zur Bebauung sind sie ohnehin nicht vorgesehen“, zweifelte Grünensprecher Sebastian Beer die Sinnfälligkeit des SPD-Antrags an. Die SPD möchte, so Ratsherr Alexander Wandscher, erst ein Gesamtkonzept für den Fliegerhorst abwarten, bevor eine einzelne Fläche unter Schutz gestellt wird. „Das lässt nur den Schluss zu, dass die SPD durch das Biotop eine Straße bauen oder es als Baugebiet erschließen möchte“, ärgerte sich Buchwald über das Verhalten der SPD. Buchwald: „Denn dass die Fläche schützenswert ist, steht außer Frage.“

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.