Oldenburg - Ein Geschoss zu viel, das Dach nicht schräg genug: Die Nachbarschaft des Neubaus an der Ramsauerstraße 3 im Oldenburger Stadtteil Eversten in unmittelbarer Nähe zur Tonkuhle ist alarmiert. Sie fühlt sich durch den überdimensionalen Bau in ihrer Wohnqualität beeinträchtigt, und das offenbar zu Recht.
Ausweichende Antworten
„Seit Dezember merken wir, wie zügig das Bauprojekt fortschreitet. Wir schrieben an das Bauamt, da in der Ramsauerstraße laut Bebauungsplan nur zweistöckig ohne Ausnahme gebaut werden darf. Jetzt erhielten wir eine umfangreiche Antwort, die unsere Argumente abwiegelte. Auf die Verletzung des Bebauungsplans wurde nicht eingegangen, aber der städtebauliche Aspekt erwähnt“, teilten die Nachbarn, die zudem Unterschriften gegen den Bau sammelten, unserer Redaktion mit.
Und tatsächlich: Die vom Amt erteilte Baugenehmigung war fehlerhaft, räumt Oldenburgs Stadtsprecherin Kim Vredenberg-Fastje auf Nachfrage ein. Aufgrund mehrerer im Dezember und Januar eingegangener Beschwerden sei die Baugenehmigung überprüft worden. Dabei seien Fehler festgestellt worden.
Nach Angaben der Anlieger gilt an der Straße ein Bebauungsplan, der zwei Geschosse plus ein Pultdach mit 25 Prozent Neigung zulässt. Der nun errichtete Rohbau hat drei Geschosse und ein Dach mit geschätzt 45 Prozent Neigung. Er ist (ebenfalls geschätzt) 15 Meter hoch – mit einem entsprechenden Schattenwurf auf das Nachbargrundstück.
„Die an die Verwaltung herangetragenen Bedenken werden sehr ernst genommen und geben Anlass, die städtebaulichen Ziele im hier betroffenen Bereich grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen“, teilt Kim Vredenberg-Fastje weiter mit. Parallel werde geprüft, ob – und falls ja in welchem Umfang – hier ein Einschreiten durch die Bauaufsichtsbehörde der Stadt erforderlich und angemessen sei. Eine rechtliche Prüfung dauere aktuell allerdings noch an.
Abwartende Arbeiter
An der Ramsauerstraße 3 werden nun erst mal keine Bauarbeiter mehr zu sehen sein: „Wir haben das Gebäude entsprechend der eingereichten Planung und Baugenehmigung erstellt. Aufgrund der an die Stadt herangetragenen Bedenken sind wir im engen Kontakt mit der Stadt Oldenburg und haben dieser angeboten, vorerst die Baustelle ruhen zu lassen“, teilt Dennis Poelmeyer, Geschäftsführer der Capitalreal-Immobilien mit Sitz in Oldenburg, auf Nachfrage mit. Und weiter: „Eine Beurteilung von eventuellen Veränderungen und den damit verbunden Kosten werden wir erst vornehmen, sobald die Situation klarer zu beurteilen ist.“
