Oldenburg - Deutlich mehr Luxusuhren als bisher wird es bald in der Haarenstraße geben. Jürgen zur Horst hat sein Geschäft „Chronometrie zur Horst“ zum Jahresende an „SG Watches“ in der Heiligengeiststraße (im ehemaligen Juwelier Thieschäfer) verkauft. „Mindestens bis zum 3. Advent“ werde er aber geöffnet bleiben, sagte zur Horst.
„40 bis 45 Marken“
Marcel Ötjen, Geschäftsführer von SG Watches hat angekündigt, Anfang des neuen Jahres mit dem Geschäft komplett in das heutige Ladenlokal von „Chronometrie zur Horst“ umzuziehen. Ötjen sagte: „Uns gefällt der Stil sehr gut, da müssen wir nichts ändern.“
Das Sortiment an hochkarätigen Uhren werde allerdings stark erweitert – „auf 40 bis 45 Marken an Neu- und Gebraucht-Uhren“, sagte Inhaber Sulejman Dallashaj. Dazu sollen „Patek Philippe, Audemars Piguet, A. Lange & Söhne, Vacheron Constantin, Chopard, Rolex, Omega, Breitling, Panerai und auch Richard Mille gehören“, so Dallashaj. Hinzu sollen teurer Schmuck und Luxus-Sonnenbrillen kommen.
Ötjen, studierter Wirtschaftsingenieur, ist Spezialist für Online-Marketing und „mit SG Watches weltweit aktiv“. Er sagt: „Wir gucken über den Tellerrand. Wir sind nicht festgefahren, wie die meisten Juweliere.“ Gleichzeitig sei das Unternehmen stark im Service: „Wir schicken nichts ein. Unser Uhrmacher hat den Europa-Service für große Uhrenhersteller gemacht, das ist einer von den besten, die es in Deutschland gibt.“ Auch ein Uhrmacher von „Chronometrie zur Horst“ werde übernommen. Nach der Gründung seines Juweliergeschäftes in den 90er-Jahren in der Langen Straße 10 (hier war vorher der Uhrmacher und Juwelier Ludwig) hatte sich Jürgen zur Horst seit dem Umzug 2012 in die Haarenstraße auf den Handel mit hochwertigen mechanischen Uhren konzentriert.
Görtz wieder da
In der Langen Straße ist „Görtz“ am alten Standort auf zwei Etagen wieder zurück. Schon relativ kurz nach der Schließung im Zuge der Insolvenz und des im September Ende 2022 eröffneten Schutzschirmverfahrens konnte jetzt wieder geöffnet werden. Das Hamburger Modeunternehmen für Schuhe und Accessoires wurde unter dem neuen hamburg-stämmigen Investor Bolko Kissling und seiner CK Technology Solutions (Wien) „noch einmal optimiert und auch Marken wie Copenhagen, Vagabond oder Dr. Martens aufgenommen“, sagt die Oldenburger Storemanagerin Malwina Sroka.
Der neue Görtz-Investor Bolko Kissling und die Storemanagerin Malwina Sroka freuen sich über die Wiedereröffnung an der Lange Straße.
Görtz hatte in der Corona-Zeit stark gelitten. Das Management hatte auch auf die Folgen von Ukraine-Krieg, Inflation und steigende Energiepreise hingewiesen, die „zu enormer Kaufzurückhaltung in den Filialen und im Onlinegeschäft“ geführt hätten.
Aus Sicht von Kissling waren es bei Görtz aber auch hausgemachte Gründe, die zu den hohen Verlusten des Schuhfilialisten mit – in besten Zeiten – fast 200 Läden bundesweit und 3000 Beschäftigten geführt hätten. Im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt sagte Kissling: „Auf Veränderungen wurde halbherzig reagiert, die Bedürfnisse der Kunden zu wenig berücksichtigt. Es war alles zu dröge. Das muss nicht so sein.“
Spiele Max bald weg
In den Schlosshöfen wird „Spiele Max“ zum Ende des Jahres schließen. Die 1982 in Berlin gegründete Spiele Max hat einen Sanierungsprozess hinter sich und will unter der neuen Marke spielemax.de jetzt verstärkt auf das Online-Geschäft setzen.
Vor drei Wochen hatte der neue „Smyths Toys“ im ehemaligen „Staples“ in Wechloy eröffnet. „Smyths Toys Superstores“ ist nach eigenen Angaben Europas größter Händler für Spielwaren und Babyartikel – mit mehr als 200 Läden in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und Irland plus Versandhandel.
Nach Einschätzungen im Famila Einkaufsland handelt es sich am Posthalterweg um die größte Spielwarenfläche in Niedersachsen.
Voraussichtlich noch bis Ende des Jahres geöffnet: Spiele Max im Obergeschoss der Schlosshöfe.
Apotheke geschlossen
Geschlossen hat die Pluspunkt-Apotheke in den Schlosshöfen. Inhaberin Stephanie Schmitz, die auch weiterhin die Pluspunkt-Apotheken Alexanderstraße (gibt es seit 2004) und im Elisengang/Staulinie (gibt es seit 1990) hat, wollte sich auf Nachfrage nicht zu der Schließung äußern. Partner der insgesamt etwa 50 Pluspunkt-Apotheken in Deutschland ist die Pluspunkt Vertriebs- und Marketinggesellschaft in Leipzig.
Hat die Schlosshöfe verlassen: die Pluspunkt-Apotheke.
Neuer Spielzeugladen
An diesem Samstag startet der Oldenburger Tobias Georg sein drittes Geschäft „Scharmann’s Richtig Gutes Spielzeug“ (auch Haarenstraße und Famila Wechloy) auf der ehemaligen Orsay-Fläche in den Schlosshöfen. Den Ladenbau macht der junge Unternehmer komplett selbst.
Scharmann’s Richtig Gutes Spielzeug, Tobias Georg mit Spielzeug
Wohn-Accessoires
Im November soll ein „Eglo Living“ -Geschäft auf der ehemaligen Zero-Fläche mit Wohnraum-Accessoires eröffnet werden. „Eglo Living“ ist Teil der österreichischen Eglo-Unternehmensgruppe (Pill/Tirol) mit 5500 Mitarbeitern im Leuchtengeschäft. Sie hat ihren Deutschlandsitz und ihre größte Vertriebsgesellschaft in Arnsberg.
Startet im November: Eglo kommt mit Wohn-Accessoires.
