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Pläne in Oldenburg Erste Antworten, aber noch viele offene Fragen zum neuen Stadion

Ein neues Stadion – die Visualisierung zeigt eine Idee der Initiative Nordweststadion – soll neben Fußball auch weitere Nutzungen ermöglichen.

Ein neues Stadion – die Visualisierung zeigt eine Idee der Initiative Nordweststadion – soll neben Fußball auch weitere Nutzungen ermöglichen.

Initiative Nordweststadion

Oldenburg - Fußballspiele, aber auch eine ganze Reihe anderer Veranstaltungen und weiterer Nutzungen könnten sich Gutachter für ein neues Stadion an der Maastrichter Straße vorstellen. „Wir werden nicht jeden Tag ein volles Stadion haben“, sagte Joachim Guttek, Geschäftsführer der Stadion-Planungsgesellschaft. „Aber wir werden jeden Tag Leben im Stadion haben“ – wenn das Stadion denn gebaut werden sollte.

Das Konzept

„Wir reden über ein Fußballstadion, das vielseitig genutzt werden soll, nicht über eine Multifunktionsarena“, betonte Guttek im Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen. Das nun vorliegende Nutzungs- und Betriebskonzept dient als Grundlage für die weiteren Planungen und Berechnungen zum Stadionneubau, insbesondere für die Funktionalplanung, für die Wirtschaftlichkeitsberechnungen, für das Verkehrskonzept und für die schalltechnische Begutachtung.

Die Nutzung

Das von der Firma C/SIGHT (Hamburg) entwickelte Nutzungs- und Betriebskonzept sieht neben Fußballspielen (vor allem VfB Oldenburg, aber auch Jugendländerspiele und Vorbereitungsspiele) auch American Football und andere Sportarten, Konzerte, Festivals, Shows sowie die Tagungswirtschaft umfassende sogenannte MICE-Veranstaltungen (Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions bzw. Events) vor. Aber auch Büroflächen, ein Gesundheitszentrum und die soziale Nutzung durch das Sportamt, Jugendliche oder Fans sind laut Gutachter denkbar.

Die Besucher

Im Nutzungskonzept heißt es: „Oldenburg verfügt über eine vergleichsweise junge und einkommensstarke Bevölkerung. Die Steigerung der Freizeitattraktivität und Lebensqualität in Oldenburg, um die junge und einkommensstarke Bevölkerung zu binden, sollte durch neue Nutzungen angestrebt werden.“

Potenzielle Besucher sehen die Gutachter aber auch außerhalb der Stadt genügend: Innerhalb einer Fahrstrecke von 60 Kilometern leben mehr als zwei Millionen Menschen. Von der ostfriesischen Nordseeküste bis Dümmer und Elbmündung sind es sogar mehr als 3,5 Millionen. Vor allem in nördlicher und westlicher Richtung sehen die Gutachter das Einzugsgebiet, rund um Bremen eher weniger.

Unter der Prämisse „Stadion für alle“ habe man den Fokus auf die Wirtschaftlichkeit gelegt, so Guttek. „Der Plan lässt Raum für mögliche andere Nutzungen.“ Das Nutzungs- und Betriebskonzept sei der Vorschlag eines Unternehmens, der Grundlage für eine Entscheidung sein soll.

Die Reaktionen

Jonas Christopher Höpken signalisierte grundsätzlich weitere Zustimmung der Linken – allerdings nur auf Grundlage eines soliden Finanzkonzeptes, in dem der VfB Oldenburg nicht der einzige Nutzer sei. Der werde der Hauptnutzer sein, räumten auch Margit Conty (SPD) und Christoph Baak (CDU) ein, aber nicht alleiniger. Bernhard Ellberg (SPD) sieht den Verein als Ankermieter, der einen „angemessenen Mietpreis zahlen wird“. Diesen werde er hoffentlich auch mithilfe von Sponsoren aufbringen können. Aber das Nutzungskonzept sehe auch andere Mieteinnahmen vor.

Diese seien aber eher marginal, hielt Sebastian Rohe (Grüne) dagegen. Er verwies darauf, dass – wenn man VfB-Geschäftsstelle und Fanshop, aber auch Sponsorenveranstaltungen, die vor allem aus dem VfB-Umfeld kommen sollen, hinzurechne – die meisten Einnahmen aus dem Bereich Fußball kämen.

„Wir müssen wissen, woran wir auf der Seite sind“, sagte daher sein Fraktionskollege Tim Harms in Richtung VfB Oldenburg.

Die Fragen

Vor allem die Grünen, die einem Stadionneubau kritisch gegenüber stehen, sehen noch viele offene Fragen, etwa die nach möglichen negativen Auswirkungen auf die Weser-Ems-Halle oder die EWE-Arena. Insbesondere bei MICE-Veranstaltungen mahnt auch das Konzept, „potenzielle Konkurrenz zu den Weser-Ems-Hallen zu vermeiden, insbesondere in Bezug auf die Große EWE-Arena, die Kongresshalle und die Festsäle“. Rohe sieht in diesem Bereich keinen Mehrwert für den städtischen Haushalt. „Das ist doch linke Tasche, rechte Tasche.“ Während er eher enttäuscht vom Nutzungskonzept ist („Wir sind nicht weiter als vor ein, zwei Jahren“), überzeugte dasselbe Papier Höpken „in vielen Punkten“.

Der Betrieb

Aufgeworfen wurde im Finanzausschuss die Frage nach einer möglichen Betriebsform. Bisher war von einer Betreibergesellschaft die Rede, die aus der derzeitigen Stadion-Planungsgesellschaft hervorgehen könnte. Und genau das empfiehlt auch das Konzept.

Vorstellbar wäre aber auch ein gemeinsamer Betrieb unter dem Dach der Weser Ems Hallen GmbH. Dadurch könnten auch etwaige Kannibalisierungseffekte zulasten der Weser-Ems-Hallen aufgehoben werden, meinte Baak. Zusätzliche Nutzungen würden auf jeden Fall ihren Deckungsbeitrag leisten, so Ellberg. „Wir werden das Betreibermodell wählen, das das beste für alle ist.“

Ein privatwirtschaftlicher Betrieb ist laut Konzept „aufgrund der geringen wirtschaftlichen Attraktivität und des extrem limitierten Interessentenkreises nahezu ausgeschlossen“.

Der Zeitplan

„Es wird nun davon ausgegangen, dass auf Grundlage belastbarer Vorabergebnisse aus den Fachgutachten/-untersuchungen Ende Februar 2024 eine Beschlussvorlage den politischen Gremien zur Beratung vorgelegt werden kann“, heißt es von der Verwaltung. Eine Entscheidung des Oldenburger Stadtrates könnte dann am 15. April kommenden Jahres fallen.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)
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