Oldenburg - Wie viel wird ein mögliches neues Stadion die Stadt im Jahr kosten? Je nach Zuschauerkapazität, Zinshöhe und Ligazugehörigkeit gehen die von der Verwaltung vorgelegten Gutachten von einem Zuschussbedarf von 1,68 Millionen bis 2,9 Millionen Euro aus. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) hatte allerdings bereits von Überlegungen gesprochen, diese Summe durch eine Teilfinanzierung aus überschüssigen Haushaltsmitteln zu senken. Nun kündigt er einen konkreten Vorschlag an.
Weniger Zinsbelastung
Wie es in einer Mitteilung heißt, schlägt Krogmann in einem Schreiben an die Ratsfraktionen vor, die Finanzierung des Stadionbaus nicht ausschließlich über Kredite zu gewährleisten, sondern auch über eine Kapitalausstattung der noch zu gründenden Realisierungsgesellschaft. Dafür sollen städtische Mittel eingesetzt werden. In der Folge soll die Zinsbelastung signifikant sinken.
Mit Hinweis auf einen zweistelligen Millionen-Überschuss und einen besser als erwartet ausgefallenes Haushaltsergebnis im Jahr 2023 könne man die höhere Liquidität für eine Teilfinanzierung des geplanten Stadions nutzen. „Der Liquiditätsstand bewegt sich weiterhin im dreistelligen Millionenbereich. Daher könnte mit einer Kapitalausstattung der städtischen Realisierungsgesellschaft in Höhe von 20 Millionen Euro die jährliche Zinsbelastung in sechsstelliger Höhe reduziert werden“, wird Krogmann zitiert.
Laut dieser Rechnung würde der jährliche Zuschuss bei einem Stadion mit 7500 Plätzen – je nach Zinsszenario – auf 1,42 bis 1,53 Millionen Euro sinken. Bei der 10 000er-Variante würde der jährliche Zuschuss 1,44 bis 1,57 Millionen Euro betragen.
Politik berät
Die mögliche Teilfinanzierung durch eigene Mittel wird die Stadt in einem Beschlussvorschlag dem Rat bei der entscheidenden Sitzung am 15. April und vorher in den Fachausschüssen vorlegen. Die Stadt soll darin mit der Prüfung dieses Weges beauftragt werden.
Mit dem Vorstoß greife die Stadt entsprechende Überlegungen aus der Politik auf, heißt es. So hatte sich etwa die BSW-Fraktion (ehemals Linke) für eine Teilfinanzierung aus vorhandenen Haushaltsmitteln ausgesprochen.
Klaas Brümann, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Stadionbau“, kritisierte gegenüber unserer Redaktion den Vorstoß des OB. Der Überschuss im Haushalt sei „eine besondere Situation“. Das Geld benötige die Stadt an anderer Stelle dringender. Als Beispiele nannte er den Kita-Ausbau, die Sanierung von Straßen oder die Sanierung der CCO-Tiefgarage. Zudem warf er der Verwaltung erneut vor, beim Stadionbetrieb die Einnahmenseite schöngerechnet zu haben. „Die Verluste werden sowieso größer.“
