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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Oldenburger erfüllt sich großen Lebenstraum

13.11.2017

Oldenburg Für Marcel Thurm erfüllte sich am ersten Novemberwochenende ein Lebenstraum: Einmal im Mekka des Marathonlaufs in New York an den Start zu gehen. So sehr sich der 30-Jährige auch auf seinen elften Marathon freute, so setzte er sich doch mit einem mulmigen Gefühl in den Flieger. „Das Attentat wenige Tage vor dem Marathon hat einem schon zu denken gegeben, aber die Reise abzusagen, kam für mich nicht in Frage“, sagt der Oldenburger. Seine ersten Eindrücke nach der Landung beschreibt er so: „Bereits am Flughafen JFK bemerkte man die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen. Es hat fast zwei Stunden gedauert, um durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Auch in der Stadt war es allgegenwärtig. Man hat sich in der Stadt aber absolut sicher gefühlt.“

Wie bei Olympia

Dass der New York Marathon kein Marathon wie jeder andere ist, merkte Thurm bereits am Vortag des eigentlichen Laufes. Neben der Pasta-Party und Marathonmesse kam es da zur traditionellen Parade der Nationen im Central Park. „Das war mein erstes Gänsehauterlebnis in New York, als wir hinter der deutschen Fahne hermarschierten, wie man es sonst nur aus dem Fernsehen bei Olympia kennt“, erzählt Marcel Thurm.

Am Sonntagmorgen war es dann soweit. Mit dem Bus wurden die Teilnehmer seiner Reisegruppe von ihrem Hotel am Times Square zunächst zum Pier 6 unweit der Brooklyn Bridge gebracht, von wo es mit der Fähre nach Staten Island ging, dem Startort des Marathons. „Um auf die Fähre zu kommen, mussten wir durch eine Sicherheitsschleuse, wie ich sie bisher nur von Flughäfen kannte. Auf Staten Island gab es dann ein Polizeiaufgebot, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe. Auch Soldaten waren da“, so Thurm. Als es für ihn dann in seinen Startblock auf der Verrazano-Narrows-Brücke ging, rückten diese Eindrücke in den Hintergrund und machten der Nervosität Platz.

„Im Startblock hatte man einen atemberaubenden Blick auf die Skyline von Manhattan. Kurz vor dem Start wurde die amerikanische Nationalhymne gespielt – und alle sangen mit. Wahnsinn. Auf die Strecke wurden wir dann mit einem Kanonenschuss geschickt und kurz danach wurde ,New York, New York’ von Frank Sinatra gespielt. Wieder ein Gänsehautfeeling.“ Kaum hatten die Läufer die Brücke hinter sich gelassen und waren in Brooklyn angekommen, liefen die über 50.000 Teilnehmer durch ein durchgehendes Zuschauerspalier, das sie über 42 Kilometer feierte und anfeuerte. Der Oldenburger beschreibt: „Gefühlt war ganz New York an der Strecke. Als Läufer kam man sich vor, als ob man durch einen Tunnel lief. Ich wusste gar nicht, wo ich hinschauen sollte, wollte aber alles in mir aufsaugen und genießen. Man verstand kaum sein eigenes Wort und hatte keine Zeit, in sich zu gehen, da man nie alleine war. So was habe ich in Deutschland noch nicht erlebt.“

Durch die Musikstile

Nach rund 25 Kilometern ging es für das Feld auf die Insel Long-Island und damit in den Stadtteil Queens, wo die Läufer von einem Gospelchor empfangen wurden. „Auch hier wieder zahlreiche Beamte des NYPD. Aber die standen diesmal am Streckenrand und haben uns abgeklatscht“, schwärmt Thurm vom Verhalten der New Yorker Polizisten. Mit jedem Wechsel des Stadtbezirks wechselte auch die Zusammensetzung des Publikums und damit auch des Musikstils. War es in Queens noch Gospel, wurde in der Bronx ordentlich gerappt. Das größte Kontrastprogramm bot sich den Läufern im fünften und letzten Bezirk: Manhattan.

Marcel Thurm sagt: „In den Straßenschluchten kam ich mir unheimlich winzig vor, und dann kamen wir in den Central Park. New York ist eine sehr laute Stadt. Davon war aber im Park nichts mehr zu merken. Nur noch die Anfeuerungsrufe der Zuschauer waren zu hören. Welch ein Kontrast.“ Und dann die letzten 600 Meter und der Zieleinlauf. „Das war unheimlich emotional für mich. Mein Traum vom New York Marathon war in Erfüllung gegangen. Als ich dann noch mit ,Go, Germany! Go!’ angefeuert wurde, kamen mir die Tränen. Auch am nächsten Tag bin ich noch stolz mit meiner Finisher-Medaille durch die Stadt gelaufen, wie viele andere Läufer auch, und überall wurde einem gratuliert. Ich werde noch lange brauchen, um alles zu realisieren“, ist Thurm immer noch überwältigt von den vielen Eindrücken.

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