Ich möchte einmal meine vor kurzem erlebte Situation am Hauptbahnhof in Oldenburg schildern: Es war später Nachmittag am 23. August 2021. Wie jeden Montag stand ich am Gleis 3 im Oldenburger Hauptbahnhof und wartete auf die Nordwestbahn RE 18 Richtung Osnabrück. Die Bahn war 45 Minuten verspätet. Ich stand neben einer jungen Frau, die nicht viel älter als Mitte 30 war. Sie saß in einem Elektrorollstuhl und ihre kleine Tochter saß auf dem Schoß. Ich bot ihr meine Hilfe an, als sich die Türen öffneten. Leider war es mir nicht möglich, da ihr nur das Bahnhofs- oder Bahnpersonal mittels einer Rampe helfen konnten.
Der Lokführer schaute mehrmals in unsere Richtung, die Frau winkte freundlich. Keine Reaktion. Dies wiederholte sich mehrmals. Ich beobachtete das Schauspiel aus der Tür, damit diese sich nicht schließen würde. Nochmals hab ich die nette Dame mit dem Kind gefragt, ob ich wirklich nichts tun könne.
Plötzlich bekam ich eine Durchsage an der Tür, dass ich diese frei machen solle. Ich musste zurücktreten, die Türen schlossen sich und der Zug ist abgefahren.
Ich sah eine verzweifelte zurückgebliebene junge Frau und Mutter. Es war für mich schwer auszuhalten und habe versucht, nach Lösungen zu suchen, die das Verhalten des Lokführers rechtfertigen.
Noch direkt während meiner Fahrt habe ich dem Unternehmen geschrieben. Auch sehr unüblich für mich. Ich bekam eine gefühlt standardisierte Antwort, dass sie an sich arbeiten, solche Situationen nicht passieren dürften und die Mitarbeiter (...) geschult werden (...).
