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Grundschule Ofenerdiek Rektor Ruths letzter Schultag

Ofenerdiek - Einen großen Wirbel wird es zu seinem Abschied nicht geben. Viel Tamtam wurde auch auch nicht gemacht, als Eibe Ruth vor fünfzehneinhalb Jahren die Leitung der Grundschule Ofenerdiek übernahm. Die Gründe waren jeweils unterschiedlich. An diesem Freitag, dem Tag der Zeugnisausgabe, hat der 63-Jährige seinen letzten Schultag. Und wegen der Corona-Pandemie geht er ganz leise – ohne Fest mit den 330 Schulkindern, dem Kollegium, den Eltern.

„Im Rahmen der Möglichkeiten eben“, beschreibt Eibe Ruth seinen Abschied in dieser besonderen Zeit. Seit Tagen ist er auf Tour, um Tschüss in den einzelnen Gremien und bei Kooperationspartnern zu sagen. Am Mittwoch, zum Beispiel, war er bei Angelika Jobst, die die Stadtteilbibliothek im Schulgebäude leitet.

Der Einstieg

Als der Pädagoge vor 20 Jahren in Ofenerdiek anfing, da war das hier noch die Grund- und Hauptschule. Kinder und Jugendliche von der ersten bis zehnten Klasse wurden unterrichtet. Die Trennung wurde ab dem Jahr 2004 (da war auch die Auflösung der Orientierungsstufe) vorbereitet. Und Eibe Ruth durfte schon mal in die Schulleitung „reinschnuppern“, wie er sagt. Ab dem Jahr 2005/06 wurde er dann Rektor der Grundschule. „Ohne großen Bahnhof.“ Seine Ernennungsurkunde und Blumen bekam er während einer Dienstbesprechung nach den Sommerferien.

Zur Biografie

Eibe Ruth ist 63 Jahre alt und stammt aus Cuxhaven. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter. Im Rahmen der einphasigen Lehrerausbildung an der Universität Oldenburg wurde er Grund- und Hauptschullehrer. Seine Studienfächer sind Ev. Religion und Geografie. Der Pädagoge hat zunächst in der Erwachsenenbildung gearbeitet, später dann in Grundschulen in Bremen, Niedersachsen und Hessen. Am 1. August 2011 trat er seine Stelle in der damaligen Grund- und Hauptschule Ofenerdiek an. Am 1. August 2005 wurde er Rektor der Grundschule Ofenerdiek.

Und dann wurde alles anders: Für die Grundschule musste ein eigenes Profil entwickelt werden. „Wir hatten jetzt die Erst- bis Viertklässler im Blick“, so Ruth. Er nennt als Eckpunkt den Ausbau zur inklusionsfitten Ganztagsschule, zu dem auch die Umgestaltung des Schulhofes gehörte. „Die ganzen Maßnahmen wurden ja eigentlich erst vor kurzem abgeschlossen, mit großer Unterstützung des Schulträgers – die Stadt.“

Erinnerungen

Eines betont Eibe Ruth: „Im Mittelpunkt standen immer die Kinder.“ Besonders gern werde er sich auch an die gemeinsamen Veranstaltungen zurückerinnern: „Sommerfeste, Sponsorenläufe, Projektwochen, Oldenburg räumt auf.“ Die Zirkuswoche zum Thema „Feuer und Flamme“ im Frühjahr 2019 hat er ganz bildhaft vor Augen. „Da konnte Schule noch normal stattfinden“, seufzt er.

Veränderungen

Nun in der Pandemie sei eben vieles anders. Homeschooling oder Wechselunterricht – Szenario C oder Szenario B. „Die Kinder werden heute ja mit den neuen Medien groß und haben früh ganz andere Kompetenzen als noch die Kinder vor einigen Jahren“, weiß Ruth. Im Computerraum der Schule werden für die Erstklässler Module des digitalen Arbeitens angeboten. „Früher ging es mit der Schulung an der Computermaus los. Da sind die Kinder heute schon weiter.“ Und so gibt es nun eben alles: Computer, weiße Smartboards und auch noch richtige grüne Wandtafeln, auf denen mit Kreide geschrieben wird. „Bewährtes bewahren und aufgeschlossen für Neues sein“, fasst Eibe Ruth zusammen.

Persönliches

Lehrer wollte er übrigens schon immer werden. „Einen Plan B gab es nicht.“ War er denn auch ein guter Schüler? „Ein ganz normaler, der auch einen pubertären Durchhänger hatte“, sagt der 63-Jährige lachend. Nun freue er sich doch auch darauf, sich mehr der Familie und seinen Hobbys (Segeln, Radfahren Fotografieren) zu widmen. Er gehe mit einem guten Gefühl. „Weil nichts fehlt: Mein Nachfolger übernimmt ja sofort.“

Die Zeugnisse sind unterschrieben, einen Abschiedsbrief vom Rektor bekommt jedes Schulkind dazu. Eine große Feier am letzten Schultag brauche er gar nicht, sagt Eib Ruth.

Der nachfolger

Oliver Grewe (46) stammt aus Lübbecke, Nordrhein-Westfalen. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Grewe hat sein Lehramtsstudium in Bielefeld absolviert und sein Referendariat in Dettmold. Ab 2002 arbeitete er in diversen Schulen in Hessen, zuletzt als Rektor der Regenbogenschule Taunusstein-Bleidenstadt.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg
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