Ofenerdiek - Das ist ein Schock für viele: Das Geschäft Sander + Sohn macht zu! Das Familienunternehmen an der Ofenerdieker Straße, das mittlerweile in der dritten Generation geführt wird und weit über die Grenzen von Oldenburg hinaus bekannt ist, schließt nach 96 Jahren endgültig seine Türen. Gleich nach dem Lockdown wollen Udo und Ruth Sander noch einmal öffnen. Für den „Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“. So steht es auf der Homepage des Unternehmens, so wird es auf Facebook kommuniziert.

„Nach über 60 Jahren war für uns klar, dass dieser Schritt irgendwann kommt. Und nun ist es an der Zeit“, so erklären Udo und Ruth Sander ihren Entschluss. Nicht die Corona-Pandemie zwinge dazu. „Wir haben uns aus freien Stücken dazu entschlossen.“ Mit dem Ehepaar Sander besteht das Team des Unternehmens aus zehn Personen. Chef und Chefin danken ihren treuen Mitarbeitern und den Kunden. „Sie haben uns zu dem Familienunternehmen gemacht, das wir sind und immer sein wollten“, sagen sie.

Auf das angekündigte Ende des Einzelhandelsgeschäft für Spiel- und Schreibwaren hat der CDU-Stadtbezirksvorsitzende des Stadtnordens, Hendrik Klein-Hennig, am Montag mit einer Pressemitteilung reagiert: „Die Schließung von Sander + Sohn ist für alle Ofenerdiekerinnen und Ofenerdieker ein schwerer Schlag. Damit gibt einer der letzten großen Einzelhändler in Ofenerdiek sein Geschäft auf. Als Ofenerdieker, der hier aufgewachsen ist, wünsche ich mir, dass die Politik den Einzelhandel im Stadtnorden verstärkt in den Fokus nimmt“. Günstige Bedingungen müssten geschaffen werden, so Klein-Hennig: „Etwa in Form einer Bahnunterführung.“ Für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils sei auch der HUGO e. V. (Handel und Gewerbe Ofenerdiek) stärker denn je gefragt, sich einzubringen. „Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Sander + Sohn wünsche ich eine schnelle Weiterbeschäftigung in anderen Arbeitsverhältnissen“, sagt Klein-Hennig.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg