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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Oldenburger Arzt muss nach Missbrauch in Haft

19.06.2018

Oldenburg Im Prozess gegen einen 73-jährigen Mediziner, der sich vor der Jugendschutzkammer des Oldenburger Landgerichtes wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes verantworten musste, ist der Angeklagte am Montag zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Dirk Reuter ist überzeugt, dass der Oldenburger seine zu Beginn der Taten elfjährige Stieftochter mehrmals teils schwerst sexuell missbraucht hat.

Reuter sprach von einem unglaublichen Missverhältnis zwischen Arzt und Mädchen. Die Elfjährige hatte gerade die Scheidung ihrer Eltern hinter sich – da kam der neue Mann der Mutter und missbrauchte sie. Der Angeklagte habe die Findungsphase des Mädchens schamlos ausgenutzt, sagte der Richter.

Im nichtöffentlichen Verfahren hatte der Arzt die leichteren Fälle der Anklage eingeräumt. In diesem Zusammenhang sprach er von „Duldung und Mitmachen“. Es habe ihn gefreut, dass das Mädchen Freude gehabt habe, behauptete er. „Und das als erfahrener Arzt“, wies Reuter die Aussagen zurück. Das Gericht bescheinigte dem Angeklagten null Unrechtsbewusstsein. Die Folgen für das Mädchen seien noch gar nicht abzusehen, so der Richter.

Das Gericht war auch davon überzeugt, dass es nicht nur zu den „leichten“ sexuellen Übergriffen gekommen war, sondern auch zu schweren. Das Gericht hielt die Aussage des Mädchens für absolut glaubhaft, ebenso wie ein aussagepsychologisches Gutachten. Trotzdem fragte der Angeklagte: „Warum glaubt man dem Kind – und mir eigentlich nicht?“

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, muss der Angeklagte damit rechnen, dass ihm seine Zulassung als Arzt entzogen wird.

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