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Ärger in Oldenburg Postbank verlangt von Flüchtling einen Reisepass

Ohne Identifizierung des Nutzers kein Telefon: Vor der Inbetriebnahme von  Prepaid-SIM-Karten gilt es einige Hindernisse zu umschiffen.

Ohne Identifizierung des Nutzers kein Telefon: Vor der Inbetriebnahme von Prepaid-SIM-Karten gilt es einige Hindernisse zu umschiffen.

Oldenburg - Was tun in einem Land, dessen Sprache man nicht beherrscht, dessen Bürokratie eine schier unüberwindbare Hürde darstellt, in dem man auch deshalb mehr recht als schlecht zurechtkommt. Tausenden Flüchtlingen geht es so. Wohl dem, der einen Helfer wie Klaus Backhaus (67) an seiner Seite weiß.

Gebürtiger Iraner

Der ehemalige Pfarrer war bis zu seiner Pensionierung vor fünf Jahren bei der Altenpflegeheim-, Krankenhaus- und Hospizseelsorge der Oldenburgischen Kirche und auch beim ambulanten Hospizdienst und Kinderhospizdienst in Trägerschaft der Stiftung beschäftigt.

Heute setzt er sich für Flüchtlinge ein, so wie seit drei Monaten für einen jungen Iraner. Und da tauchte nun unerwartet ein Problem auf: „Gemeinsam mit ihm kaufte ich eine Mobil Prepaid Karte, die anschließend identifiziert werde muss. Mit allen entsprechenden Unterlagen, u.a. gültige Ausweispapiere etc. wurden wir zu einer Filiale der Post geschickt“, schildert er den Vorgang. Dort sollte die notwendige Identifizierung vorgenommen werden. In der Filiale der Postbank wurde eine Bearbeitung abgelehnt, da der Asylbewerber, so wurde ihnen mitgeteilt, einen Reisepass vorlegen solle. „Ein Asylbewerber mit Reisepass?“, fragte Backhaus nach.

Backhaus nahm Kontakt mit unserer Redaktion auf. „Wie soll das gehen? Aufgrund meiner mehrmaligen Nachfrage wurden wir gebeten, diese Nichtbearbeitung zu akzeptieren“, ärgert sich der Seelsorger. Und weiter: „Ich habe daraufhin bei der zuständigen Ausländerbehörde von diesem Vorfall berichtet und mir wurde gesagt, der vorhandene, gültige, aktuelle Ausweis sei vorhanden und es stünde einer Identifizierung nichts im Weg. Aber die Post will/kann oder was auch immer nicht dazu beitragen, dass das Telefon bzw. die Sim Karte aktiviert wird.“

Entschuldigung der Post

Unsere Redaktion hakte bei Post-Sprecherin Maike Wintjen nach. Sie entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und kündigte an, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Postbank-Filiale über die Rechtslage zu informieren. Unter Vorlage eines Dokuments mit Lichtbild und maschinenlesbarer Zone (MRZ) sei eine Identifizierung möglich.

Die ehemalige Hauptpost am Oldenburger Hauptbahnhof ist heute übrigens nur noch eine Filiale der Postbank, die wie ein Supermarkt oder Kiosk an der Ecke im Auftrag der „Gelben Post“ deren Arbeiten miterledigt.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg
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