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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Rassismus beim Blumenkauf

22.02.2019

Oldenburg Er wollte Blumen kaufen und damit seine Frau überraschen, die er vom Flughafen abholen wollte. Mit im Schlepptau hatte er die beiden gemeinsamen Kinder, drei und neun Jahre alt. Schon öfter war er bei dem Oldenburger Floristen gewesen, doch heute war es anders.

Nachdem er den Laden betreten und die beiden Verkäuferinnen begrüßt hatte, hörte er, wie die Mitarbeiterin zu ihrem Kollegen sagte: „Ich mag keine schwarzen Menschen. Kümmer du dich um sie.“ Dieser habe geantwortet. „Ich weiß...“ Die Familie verließ den Laden. „Wir können unser Geld auch gern woanders ausgeben, wo wir nicht beleidigt werden“, sagte der Mann noch zu den Mitarbeitern und war fassungslos.

Viel Wirbel in sozialen Medien

Dieser Vorfall, so geschehen am Mittwoch dieser Woche, schlug im Laufe des Donnerstag extrem hohe Wellen in den sozialen Medien. Bei Facebook gepostet hatten ihn Kara und Rickey Paulding. Letztgenannter spielt bereits seit 12 Jahren in der Basketball-Bundesliga für die EWE Baskets und ist Kapitän der Mannschaft. Geboren ist Paulding in Detroit.

Öffentliche Entschuldigung

Der Mann, der eigentlich nur Blumen kaufen wollte, ist ein Freund der Familie Paulding. Viele Menschen kommentierten den Post: „Ich finde keine Worte“ oder „Unglaublich, dass so etwas in 2019 noch passiert“ bis hin zu „Heftig! Ekelhaft!“. Die Inhaberin des Blumengeschäfts äußerte sich am Vormittag im Gespräch mit der NWZ geschockt und traurig. Sie kündigte an, sich öffentlich zu entschuldigen. „Ich bin mittwochs nicht im Laden, ich war nicht dabei. Ich habe es abends erfahren und die Mitarbeiterin gleich angerufen, um zu hören, was da vorgefallen ist“, sagte sie am Vormittag. Die Mitarbeiterin habe im Telefonat ausgesagt, dass sie ihre Worte im Nachhinein gleich bereut habe. Ihre Aussage bezeichnete sie als „Ausrutscher“, habe angeboten, sich ebenso zu entschuldigen.

„Tut mir unendlich leid“

Mit dem betroffenen Kunden hat die Besitzerin am Donnerstagmorgen telefoniert. „Er hat hier angerufen, wollte wissen, was los ist. Er ist ja schon oft hier gewesen. Ich habe tausend Mal gesagt, dass es mir unendlich leid tut.“

Einige Stunden später posteten Rickey und Kara Paulding ein Update unter den geschilderten Vorfall. „Die Inhaberin des Ladens hat sich öffentlich entschuldigt. Es ist uns wichtig, dass unsere Kinder und die Kinder unseres Freundes wissen, dass solche Aussagen nicht akzeptiert werden müssen.“

Die Ladenbetreiberin hat Sorge, dass der Vorfall auf sie oder ihre Angestellten zurückfällt:  „Wir sind selbst Russen, also Ausländer. Dass in meinem Laden solche Sätze gesprochen werden... Das geht gar nicht und ich dulde das auch nicht. So etwas darf nicht passieren.“

Dieses Posting sorgte bei Facebook für viel Aufregung. Am Donnerstagmittag ergänzte es Rickey Paulding.
Imke Harms Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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