OLDENBURG - OLDENBURG - Der Streik der Müllwerker währte nur einen Tag. Nach einem kurzen Krach beim Abfallwirtschaftsbetrieb hat die Gewerkschaft den Streik für diesen Bereich ab heute ausgesetzt.
Anlass war eine Aktion der Betriebsleitung. Die hatte eine Drei-Satz-Presserklärung der FDP-Fraktion ans schwarze Brett gehängt, in der die Liberalen die Privatisierung der Müllentsorgung zur Debatte stellen. „Das hat heftige Diskussionen ausgelöst und zur Verunsicherung bei Kollegen geführt“, sagte „Verdi“-Fachbereichsleiter Immo Schlepper. Dass man Arbeitswillige am Betreten des Geländes gehindert habe, bestritt er. Während der Aussetzung des Streiks werde die Gewerkschaft eine neue Strategie entwickeln: „Privatisierung verhindern“. Stadtsprecher Jürgen Krogmann sagte wenig begeistert, die Aktion habe der Information, nicht der Provokation gedient. Man sei an Deeskalation interessiert.
Insgesamt streikten bei der Stadtverwaltung zwischen 130 (laut Stadt) und 180 (laut Gewerkschaft) Beschäftigte: Hausmeister, Jugendgerichtshilfe und Angestellte in Kindertagesstätten. In der Kita Kennedystraße hielten die Erzieherinnen nur eine Notgruppe offen. Gestreikt wurde (wie vor zwei Wochen) auch in der Kita Dietrichsfeld. „Die Kommentare waren nicht so erfreulich“, sagte Leiterin Roswita Hoffmann, „die Eltern haben ja erst morgens vom Streik erfahren.“
An der Universität legten rund 100 Beschäftigte die Arbeit nieder, ohne dass dies nach Angaben von Sprecherin Corinna Dahm-Brey Auswirkungen auf den Betrieb hatte. Ohne Folgen für die Aufführungen blieb auch der Streik am Staatstheater.
Die gestern verkündete Aussetzung gilt ausschließlich für den Abfallsektor. „Der Streik geht weiter“, erklärte „Verdi“-Sekretär Peter Syga auf Fragen der NWZ , „allerdings eingeschränkt“. Was das bedeutet, ließ er offen.
