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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Anja sucht ihren Lebensretter vom Kramermarkt

14.05.2019

Oldenburg Nur für drei Tage arbeitete sie auf dem Eiswagen. „Ich war gerade 18 und wollte mir mit dem Ferienjob auf dem Oldenburger Kramermarkt ein bisschen Geld verdienen“, erzählt Anja. Es war der 3. Oktober 1980 kurz vor Mitternacht, als das Unglück geschah. Der Rummelplatz hatte sich schon geleert, die letzten Leute verließen das Volksfest auf dem Freigelände der Weser-Ems-Hallen, das traditionell als „fünfte Jahreszeit“ in Oldenburg gilt.

„Zur Nacht war es sehr kalt geworden, deshalb hatte ich eine Strickjacke übergezogen“, erinnert sie sich. Nur noch ein letztes Softeis sollte es sein, hat sie das 18-jährige Mädchen vor ihrem geistigen Auge, das diesen letzten Auftrag kurz vor Feierabend erhielt. Wie schon zig Mal zuvor, nahm sie die Waffel und wollte sie mit der cremig-weichen Eismasse befüllen, die durch ein rotierendes Rührwerk mit scharfen Messern in einem großen Bottich geschmeidig gehalten wurde. Doch plötzlich blieb sie mit dem Ärmel ihrer Strickjacke an einem Haken der Maschine hängen und ihr Arm verfing sich. „Ich hörte es nur noch knacken und krachen! Und ich habe nur noch geschrien“, ist diese einschneidende Szene im Gedächtnis haften geblieben.

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Sie glaubte ihren Arm schon verloren, als wie aus dem Nichts plötzlich ein junger Mann mit Motorradkleidung über den hohen Tresen sprang und geistesgegenwärtig den Stecker zog. „Der Unbekannte ist noch bei mir sitzengeblieben, bis die Ambulanz vom Roten Kreuz kam und hat mich auch später im Krankenhaus besucht“, weiß die Oldenburgerin, doch der Zettel mit seiner Anschrift ist in Folge von mehreren OPs und Wechsel der Krankenzimmer verloren gegangen. „Ich glaube aber, dass er aus Varrelbusch (Anmerkung der Redaktion: Gemeinde Garrel) kam.“ Auch an den Namen könne sich sich durch den Schockzustand nicht mehr erinnern. Ein Vorname mit M wie Matthias oder Michael könne es gewesen sein. „Ich habe ihm so viel zu verdanken und ich weiß nicht, ob ich mich bei ihm genug erkenntlich gezeigt habe“, möchte Anja ihren Retter gerne noch einmal persönlich sprechen.

Denn ohne seine geistesgegenwärtige Reaktion wäre dieser Unfall anders ausgegangen, mag sich die Übersetzerin die Folgen gar nicht ausmalen. „Dank dieses Mannes konnte der Arm gerettet werden. Die Heilung hat über ein Jahr gedauert“, musste die damalige Oberschülerin sich mühselig als Linkshänderin behelfen. Anschließend hatte sie das Leben unter anderen als Stewardess in die große weite Welt hinauskatapultiert und das Dankeschön geriet ins Hintertreffen, aber nie in Vergessenheit. Deshalb hofft sie jetzt auf einen glücklichen Zufall mit der  -Kleinanzeige, um ihren Lebensretter ausfindig zu machen, der heute zwischen 60 und 70 Jahre alt sein dürfte.

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Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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