Oldenburg - Das Abstimmungsergebnis war eindeutig: Mit großer Mehrheit hat die Mitgliederversammlung des Vereins August-Hinrichs-Bühne beschlossen, fortan nicht mehr den Namen des Heimatdichters zu führen. Bis auf Weiteres firmieren Verein und das Ensemble als „Niederdeutsche Bühne am Oldenburgischen Staatstheater“.
Dem Wechsel des Namens ging eine jahrzehntelange Diskussion voraus. Hinrichs war ab 1938 Landesleiter der Reichsschrifttumskammer Weser-Ems im heutigen Behördenzentrum am Theodor-Tantzen-Platz in Oldenburg. Insbesondere das 1933/34 von Hinrichs geschriebene Theaterstück „De Stedinge“ gilt vielen als Beweis von Hinrichs Blut-und-Boden-Ideologie. Gauleiter Carl Röver (1889-1942) hatte für die Aufführung des Stücks eigens die Freilichtbühne in Bookholzberg (Landkreis Oldenburg) bauen lassen.
Den letzten Anstoß zur Umbenennung kam laut Vereinsvorsitzender Petra Bohlen aus dem Oldenburgischen Staatstheater. In einem von mehreren Schauspielerinnen und Schauspielern unterzeichneten „dringenden Appell“ wurde die Neuausrichtung des Niederdeutschen Schauspiels gefordert. Darin wurden der scheidende Generalintendant Christian Firmbach und sein Nachfolger Georg Heckel sowie Verwaltungsleiter Stephan Bruhn aufgefordert, „eine klare und entschiedene Position gegen eine weitere Zusammenarbeit mit der ,August-Hinrichs-Bühne am Oldenburgischen Staatstheater e.V.‘ zu beziehen“. Firmbach und seine Kollegen sind dieser Aufforderung nun nachgekommen und hätten der August-Hinrichs-Bühne die Zusammenarbeit aufgekündigt, wenn sie den Namen nicht geändert hätte. Das haben der Verein beziehungsweise die Bühne nun getan. Für die Umbenennung stimmten laut Petra Bohlen (Edewecht) 43 Mitglieder mit Ja und nur sechs dagegen. Insgesamt gehören dem Verein 74 Mitglieder an.
