Oldenburg - Sie ist eine bleibende Erinnerung an den Bauern-Protest Ende Mai in Oldenburg: die Blühwiese vor dem ehemaligen Staatsministerium. Mehr als 300 Trecker und rund 430 Landwirte waren damals in der Stadt unterwegs, um ihrem Ärger gegen die aktuelle Agrarpolitik Luft zu machen. Ein Gruppe aus dem Ammerland pflügte an dem Tag ohne vorherige Genehmigung ein Stück Rasen am Theodor-Tantzen-Platz um und säte Blumensamen. Für einen der beteiligten Landwirte hatte dies noch Folgen.
Post aus Oldenburg
Arno Oeltjen aus Westerloy (Westerstede) bekam nämlich im Nachgang Post von der Stadt Oldenburg. Er hatte vor Ort seine Personalien als Ansprechpartner gegenüber der Polizeidirektion, die im Alten Landtag sitzt, angegeben. Mit diesem Anlieger habe es nach der Protestaktion auch eine Einigung gegeben, berichtet Oeltjen unserer Redaktion.
Die Blühwiese für Insekten sei im Nachhinein von der Polizeidirektion genehmigt worden. Im Gegenzug sagten die Landwirte zu, die Fläche im Herbst auf eigene Kosten wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.
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Für die untere Naturschutzbehörde der Stadt war der Fall damit allerdings nicht erledigt. Die Kastanienbäume neben der Blühfläche seien im Bebauungsplan als zu erhalten festgesetzt, heißt es in einem Schreiben an Oeltjen. Deren Wurzeln seien beschädigt worden. Stadtsprecher Stephan Onnen bestätigt ein solches Schreiben auf Anfrage.
Wurzeln nachschneiden lassen
Der Landwirt erhielt demnach eine Anordnung, abgerissene Wurzeln durch eine Fachfirma freilegen und nachschneiden zu lassen (Kosten rund 500 Euro) und im Anschluss die Bäume fünf Mal mit jeweils 300 Litern zu bewässern. Bei Trockenheit (so wie sie eintrat), sollte die Bewässerung wöchentlich in Absprach mit der Naturschutzbehörde wiederholt werden.
Er sei den Auflagen nachgekommen, sagt Oeltjen. Er habe aber keine schriftliche Bestätigung von der Stadt erhalten. Darum legte er per Anwalt Widerspruch ein. Von der Stadt heißt es, die wöchentliche Bewässerung sei nicht durchgehend und ohne Absprache mit der Behörde erfolgt.
Oeltjen hält die Reaktion der Stadt insgesamt für übertrieben. Die Landwirte hätten den Boden nur sehr oberflächlich bearbeitet und es sei kaum Wurzelwerk tangiert worden. Er habe den Eindruck, dass die Blühwiese von Mensch und Tier sehr gut angenommen werde „und die Kastanien sehen super aus.“
