Oldenburg - Am Ende soll jeder profitieren: Das Land, das am Stubbenweg in Etzhorn mit seinem Finanzamt nun eine neue feste Bleibe hat, Bauunternehmer Klaus Oetken, der am ehemaligen Standort an der 91er Straße bauen kann, und die Stadt, die (eingebunden in den Planungsprozess) die nördliche Innenstadt beleben will.

Möglich macht das alles ein Grundstückstausch. Das Land ist nun im Besitz der 9397 Quadratmeter großen Fläche am Stubbenweg, auf die vor vier Jahren bereits Büromodule gestellt wurden. Dieses Grundstück gehörte seit den 60er-Jahren der Oetken-Vermögensverwaltung.

Oetken bekommt im Gegenzug für 6  977 700 Euro das 5707 Quadratmeter große Grundstück in der nördlichen Innenstadt. Für die Liegenschaft des Finanzamtes im Stubbenweg erhält Oetken 2 350 000 Euro, teilt die Oldenburger CDU-Landtagsabgeordnete Esther Niewerth-Bau­mann mit. Das Finanzministerium hat im Finanzausschuss des Landtages einen Antrag gestellt, dem noch zugestimmt werden muss. Für das Land endet mit Inkrafttreten des Verkaufs der Mietvertrag am Stubbenweg, der noch eine Laufzeit von sechs Jahren gehabt hätte – mit der dreimaligen Option jeweils für drei weitere Jahre zu verlängern. 908 000 Euro hätte das Land bis 2026 noch an Miete zahlen müssen.

Für das Grundstück an der 91er Straße hat Oetken deutschlandweit bereits acht namhafte Architekturbüros aufgefordert, sich an einem Wettbewerb zu beteiligen. Im Erdgeschoss Einzelhandel, ein großer nur von einer Seite zugänglicher Innenhof, Büros aber auch Wohnen und Pflegeplätze – es gibt viele Nutzungsmöglichkeiten, sagt der 59-Jährige. Der Wettbewerb läuft von Juli bis September.

Jetziges Finanzamt am Stubbenweg: Hier wurden bereits vor vier Jahren Container aufgestellt.

Jetziges Finanzamt am Stubbenweg: Hier wurden bereits vor vier Jahren Container aufgestellt.

Der für das Grundstück geltende Bebauungsplan muss noch geändert werden. Dieses Verfahren befindet sich in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung in der Vorbereitung. Der Stadtrat hat das letzte Wort und muss der Planänderung zustimmen.

Stadt und Oetken erhoffen sich eine erhebliche Aufwertung der nördlichen Innenstadt entlang der Heiligengeiststraße. Hinzu kommt der Umbau des CCO, wo die Innovationsplattform Core und das OLB-Beratungszentrum für Finanzdienstleistungen Hauptnutzer sein werden. Baubeginn auf dem ehemaligen Finanzamtsgelände soll noch im nächsten Jahr sein.

Auch Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) sieht im geplanten Tausch einen Gewinn für alle Beteiligten, wie er am vergangenen Freitag bereits verkündete: „Das Land ist seiner Verantwortung nachgekommen und hat das schadstoffbelastete Grundstück zurückgebaut. Mit dem geplanten Verkauf kann es schnell einer geordneten städtebaulichen Entwicklung zugeführt werden. Das Land kann im Gegenzug den neuen Standort des Finanzamts am Stubbenweg dauerhaft für sich sichern.“

2016 wurden massive Schäden, darunter auch eine Asbestbelastung, an den Gebäuden des alten Finanzamts festgestellt. Eine Sanierung erschien nicht zuletzt aus Gründen der dann erforderlichen Asbest-Sanierung unwirtschaftlich, so dass es zu der Entscheidung kam, die Gebäude abzubrechen. Der Rückbau wurde Ende 2018 begonnen und dürfte im Sommer 2020 abgeschlossen sein.

KOMMENTAR Schritt für Schritt

Thomas Husmann
Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg