Oldenburg - Eduard Drefs baut auch mit Hilfe der Förderberatung der Stadt ein Büro und Schulungszentrum an der August-Wilhelm-Kühnholz-Straße in Tweelbäke. Die Förderberatung der Wirtschaftsförderung hat einen Zuschuss von 50.000 Euro vermittelt – vor allem für die Ausstattung für den Unterricht in Theorie und Praxis. Denn für die Drefs Bau GmbH, die Wohn- und Gewerbebauten errichtet, modernisiert und saniert, ist das Projekt eine Antwort auf das immense Fachkräfteproblem im Handwerk. Eduard Drefs, seit 25 Jahren Handwerker, gelernter Maurermeister, dessen Sohn auch gerade Maurer wird, aber ganz normal an der Berufsschule lernt, sagt: „Wir schulen unsere Mitarbeiter jetzt selber.“ Weil es ein zu geringes Interesse von vielen jungen Leuten im Lande gebe, ins Handwerk zu gehen, baue er jetzt selbst eine Schule – für seine eigenen Leute und für Mitarbeiter, die aus Osteuropa kämen, um die Lücke zu schließen. Drefs sagt: „Wir bringen ihnen die deutschen DIN-Normen bei und unterrichten sie in deutscher Sprache.“

Die 2016 gegründete Drefs Bau GmbH, die Drefs seit 2011 schon als Ich-AG geführt hatte, hat in den beiden vergangenen Jahren 18 neue Mitarbeiter eingestellt, inzwischen sind es 38 Mitarbeiter, in den nächsten beiden Jahren sollen 20 bis 25 weitere hinzukommen. Eduard Drefs sagt: „Die sind für unsere Zukunft, wir sind in der Ausbildung heute auf uns selbst angewiesen.“ Heutzutage kämen Handwerker auf dem Bau auch aus Rumänien, Bulgarien, Polen, Moldawien, Spanien, Portugal, Italien – „die haben dort ganz andere DIN-Normen und auch ganz andere Sicherheitsvorschriften als wir hier“.

Eduard Drefs, der noch selbst auf der Baustelle mitmauert, blickt aber auch weiter. Er möchte, dass sich wieder mehr junge Menschen hier fürs Handwerk interessieren. Sein Plan: In dem Schulungszentrum, das Ende Juni/Anfang Juli eröffnet werden soll, wird er auch private, handwerkliche Vater-Sohn-Lehrgänge anbieten. Drefs: „Da können zum Beispiel zehn Familien teilnehmen und gemeinsam Bilderrahmen oder Fenster zusammenbauen. Nicht nur Computer, Computer, Computer.“

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg