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Betreuung in Oldenburg Ev.-luth. Kirchengemeinde will Trägerschaft für Kindertagesstätten aufgeben

Chelsy Haß
Vor der Lambertikirche in Oldenburg: Kurz vor der Mitarbeiterversammlung protestierten die Beschäftigten der ev.-luth. Kirchengemeinde am Montagnachmittag, weil die Kirche die Trägerschaft für ihre Kindertagesstätten abgeben möchte.

Vor der Lambertikirche in Oldenburg: Kurz vor der Mitarbeiterversammlung protestierten die Beschäftigten der ev.-luth. Kirchengemeinde am Montagnachmittag, weil die Kirche die Trägerschaft für ihre Kindertagesstätten abgeben möchte.

Oldenburg - „Wir beerdigen die Qualität unserer Arbeit“ und „Das ist Kita – Das kann weg“ steht auf den Schildern, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenburg am Montagnachmittag kurz vor der Mitarbeiterversammlung in der Lambertikirche in die Höhe halten.

Der Grund: Die Kirchengemeinde Oldenburg will die Trägerschaft für ihre Kindertagesstätten und Krippen abgeben. Dazu gehören der Kindergarten Schützenweg, die Kindertagesstätte „Anton Budelmann“, der Kindergarten Schulweg, der Kindergarten Blumenstraße und der Kindergarten Eupener Straße.

Wie Gemeindekirchenratsvorsitzender Dr. Jobst Seeber auf Nachfrage bestätigt, habe der Gemeindekirchenrat nach langen Beratungen während seiner letzten Sitzung Ende April den Grundsatzbeschluss gefasst, den Kitabetrieb aufzugeben. Und das habe laut Seeber mehrere Gründe.

Gemeindekirchenrat

Als 2017 die Kindertagesstätten der Evangelischen Kirchengemeinden in der Stadt Oldenburg zusammengefasst und in eine unselbstständige Betriebsstätte unter dem Namen Ekito zusammengefasst wurden, habe sich der Gemeindekirchenrat der ev.-luth. Kirchengemeinde nicht dazu entschließen können, dem Verbund beizutreten.

Stattdessen wurde die KIWI (Kinder Willkommen) gGmbH gegründet. Die dafür notwendige Zustimmung des Oberkirchenrats sei der Gemeinde, so Seeber, jedoch bis heute nicht erteilt worden – der Rechtsstreit läuft noch. Weil sich die Anforderungen und Rahmenbedingungen in den letzten Jahren immer weiter „verkompliziert“ hätten und die Gemeinden durch ehrenamtliche Kirchenräte geleitet werden, sei eine Auslagerung der Kitas verfolgt worden, erklärt Seeber. Durch Umorganisationen und andere Optimierungsmöglichkeiten sei versucht worden, den Betrieb der Einrichtungen mit rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicherzustellen. „Allerdings wird dies aus den genannten Gründen zunehmend schwieriger.“

Wer die Trägerschaft übernimmt, sei noch nicht klar. Es solle jedoch ein christlicher Träger sein. Zum aktuellen Stand der Verhandlungsgespräche wolle sich Seeber nicht äußern. Auf Nachfrage äußert sich Ekito-Geschäftsführer Günter Zingel. Er könne noch nicht sagen, ob die Einrichtungen an Ekito übergehen könnten. „Wir sind aber in Kontakt“, sagt Zingel. Derzeit gehören Ekito 18 Kindertagesstätten an.

Der Gemeindekirchenrat geht davon aus, dass im Herbst über Verhandlungsergebnisse beraten und entschieden werden kann. „In die weiteren Schritte zur Abgabe des Kita-Betriebes ist die Mitarbeitervertretung fest eingebunden“, sagt Seeber.

Die Mitarbeiter

Ihrem Unmut haben viele Beschäftigten der ev.-luth. Kirchengemeinde am Montag vor der nicht öffentlichen Mitarbeiterversammlung Luft gemacht. Ihre größte Befürchtung ist, dass die Qualität ihrer Arbeit unter neuer Trägerschaft leiden könnte. „Wir sind besorgt um unsere pädagogische Individualität und haben das Gefühl, dass die Kirchengemeinde fadenscheinige Gründe für ihre Entscheidung nennt“, sagt ein Beschäftigter.

Zudem fragen sie sich, was mit den Rücklagen der jeweiligen Kindertagesstätten bei einem Trägerwechsel passiert. „Werden alle Mitarbeiter übernommen und bekommen sie das gleiche Gehalt? Die wichtigsten Fragen sind noch nicht geklärt“, sagt er weiter. Innerhalb der Belegschaft gebe es ein großes Unverständnis für den Trägerwechsel.

„Kaum einer versteht, warum wir nicht im KIWI-Verbund bleiben dürfen“, erklärt der Beschäftigte und ergänzt: „Das Rechtsverfahren läuft noch. Jetzt soll mittendrin Schluss sein. Dabei wurde viel Arbeit und Geld in die gGmbH gesteckt.“ Die Kirchengemeinde treffe eine „katastrophale Fehlentscheidung.“

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