Oldenburg - Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Oldenburg wird die Trägerschaft für ihre fünf Kindertagesstätten abgeben. Diese Entscheidung ist im April dieses Jahres vom Gemeindekirchenrat gefällt worden und hat seitdem immer wieder für Kritik und Unmut sowohl bei einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch bei Eltern gesorgt.
Zuletzt protestierten am vergangenen Sonntag Eltern und Kinder nach dem Gottesdienst vor der Christuskirche. Man habe Sorge, dass sich die pädagogische Betreuung der Kinder sowie die Arbeitsbedingungen verschlechtern könnten.
Ehrenamtliche entlasten
„Wir bedauern sehr, dass es zu Irritationen gekommen ist“, sagt Kerstin Ebel, die gemeinsam mit Michael Jonas Co-Vorsitzende des Gemeindekirchenrats ist. Die Ev.-luth. Kirchengemeinde habe nicht die Absicht, die Kindertagesstätten aufzugeben. Vor allem gehe es um die Verwaltung, die bei einem Trägerwechsel nicht mehr von der Gemeinde geleistet wird. „Denn jetzt lastet die Hauptarbeit auf den Ehrenamtlichen“, sagt Pastorin Anja Kramer, die zudem stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates ist. Es gehe nicht um die Arbeit, sondern viel mehr um die Verantwortung, die mit steigenden Standards und Anforderungen immer größer geworden sei. „Wir sind mehrfach in Gespräche mit den Mitarbeitenden, den Einrichtungsleitungen und den Elternvertretern gegangen und haben das offen kommuniziert“, erklärt Jonas. Klar ist: Alle fünf Standorte (Kita „Anton Budelmann“ und die Kindergärten Schützenweg, Schulweg, Blumenstraße sowie Eupener Straße) bleiben erhalten und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behalten ihre Arbeitsplätze.
Verbesserung der Arbeit
Mit Blick auf die Veränderungen in der Verwaltung habe die Kirchengemeinde Kontakt zu zwei großen evangelischen Trägern in Oldenburg aufgenommen: Der Johanniter Unfallhilfe sowie Ekito (Verbund Ev.-luth. Kindertagesstätten im Kirchenkreis Oldenburg Stadt). Die Entscheidung, wer die Trägerschaft übernehmen wird, könnte bereits bei der nächsten Gemeindekirchenratssitzung am kommenden Mittwoch, 21. Juli, fallen. „Wir sind davon überzeugt, dass die Veränderungen zu einer Verbesserung der Arbeit in den Kitas führen werden“, sagt Kramer. Bei einem größeren Arbeitgeber würde es zudem mehr Chancen auf Weiterbildung und berufliche Entwicklung geben. Die von der Kirchengemeinde gegründete Kiwi gGmbH, die den Kitabetrieb übernehmen sollte aber vom Oberkirchenrat keine Genehmigung erhalten hat, habe das den Mitarbeitern nicht bieten können. „Jetzt gehen wir einen anderen Weg“, sagt Jonas.
Die Protestaktion vor der Christuskirche habe Pastor Michael Trippner als klare Kritik wahrgenommen. In den kommenden Tagen wolle man verstärkt das Gespräch suchen, Ängste nehmen und Fragen beantworten. Die Kinder sollen, so die Kirchengemeinde, nach wie vor im Fokus der Gemeinde bleiben.
