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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Ein Team, ein Ziel – ein Abenteuer

15.06.2019

Oldenburg Der Hof des NWZ-Medienhauses in der Peterstraße in Oldenburg. Mit leisem Brummen springt der Motor an. Am Steuer des VW-Bulli: Claus Hock. Neben ihm sitzt Steffi Karg. Ihr erstes Ziel: Hamburg. Dort beginnt an diesem Samstag ab 11.30 Uhr der Baltic Sea Circle. 16 Tage. 7500 Kilometer rund um die Ostsee. Zwischenstation – und für viele gleichzeitig der Höhepunkt: das Nordkap. Die Aufregung bei Claus Hock und Steffi Karg ist greifbar. Endlich geht es los.

Rückblick. Angefangen hat alles bereits vor drei Jahren. „Damals habe ich über jemanden berichtet, der die Rallye gefahren ist“, sagt Claus Hock. „Schon zu diesem Zeitpunkt habe ich mir gedacht, wie genial das ist und dass ich das auch mal machen muss.“ Ursprünglich wollte er dann gleich 2017 los.

Doch: „Wie das so ist, man kommt darüber hinweg“, sagt der 36-Jährige, der auch seinem ehemaligen Kommilitonen und Freund Malte Zander von der Idee erzählte. „Er hat sich dann eine Erinnerung für die Anmeldung zur Rallye 2019 in den Kalender geschrieben.“ Und so entschieden die Freunde im vergangenen September recht spontan: „Wir fahren mit.“

Auto selbst bezahlt

Doch wer nun glaubt, die beiden verfielen sofort in Aktionismus, irrt. „Erst einmal passiert lange Zeit überhaupt nichts“, sagt Claus Hock, der als Redakteur bei der Nordwest-Zeitung arbeitet. „Wir haben zwar ein Auto gesucht, aber die Rallye war noch sehr weit weg – sieben oder acht Monate.“ Erst zu Beginn des Jahres änderte sich die Einstellung: „Seitdem sind wir konzentrierter dabei.“

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Im Februar fanden die beiden Freunde im Internet ein Auto, das in Stralsund angeboten wurde, – und schlugen zu. Aus eigener Tasche, versteht sich. Wie im Übrigen auch die gesamte Reise. „Eine der Teilnahmebedingungen ist, dass wir Spenden sammeln müssen“, sagt Claus Hock. Doch diese landen nicht in der eigenen Tasche der beiden Reisenden, sondern jeweils zur Hälfte bei der NWZ-Weihnachtsaktion und der Bahnhofsmission Magdeburg. „Wir hätten mindestens 850 Euro erreichen müssen – liegen jetzt aber schon bei 2385 Euro.“

Ist der Volkswagen T 4 nun ihr Traumauto? „Wir hatten vorher eine grobe Vorstellung und wussten, dass wir irgendetwas größeres wollten“, sagt Claus Hock. Zwischendurch liebäugelten die beiden sogar mit einem Leichenwagen. „Das ist wie ein großer Kombi, nur mit mehr Platz.“ Doch schließlich fiel die Wahl auf den Bulli von 1996. Eine weitere Teilnahmebedingung war damit erfüllt: Das Auto muss mindestens 20 Jahre alt sein. „Wir wollen eigentlich campen, aber wenn das Wetter schlecht ist, wollen wir auch komfortabel schlafen.“ Und: „So sitzt man auch nicht den ganzen Tag lang in so einer engen Kiste aufeinander.“

Schließlich müssen die beiden Fahrer rund 7500 Kilometer von Hamburg bis zum Nordkap und wieder zurück bewältigen. „Und das ist noch eine optimistische Schätzung“, sagt Claus Hock zur offenen Strecke. Denn die weiteren Vorgaben lauten: Autobahnen sind verboten, Navigationsgeräte ebenso. Nur Karten und Kompass stehen den Teilnehmern zur Verfügung. Nebenbei müssen sie an bestimmten Orten Aufgaben erfüllen.

Die Vorbereitungen liefen gut. Doch: Anfang April zeichnete sich schließlich ab, das Malte aus privaten und beruflichen Gründen nicht mitfahren kann.

Neue Reisegefährtin

„Ich stand vor der Frage: Fährst du gar nicht – oder kriegst du jemanden, der mitfährt?“, sagt der Braker, der gebürtig aus Ostfriesland stammt. „Dabei stand eigentlich die Option, nicht zu fahren, nicht zur Diskussion.“ Und so begannen die Überlegungen nach einem passenden Ersatz – per Ausschreibung und mit richtiger Bewerbung. „Bereits im Vorfeld hatten viele Leute gesagt, dass sie gerne mitfahren würden“, sagt Claus Hock. Doch zwei Monate vor Rallye-Start scheiterte es bei vielen an der Spontanität. „Lust hatten viele, aber keine Zeit.“

Am Ende waren noch zwei Leute übrig. „Es sollten auch Menschen sein, mit denen ich mir vorstellen konnte, es hoffentlich 16 Tage in einem Auto auszuhalten“, sagt Claus Hock und lacht. So kam Steffi Karg ins Spiel. „Ihr Vorteil war, dass sie schon Urlaub hatte.“ Per Whatsapp teilte er ihr den „Zuschlag“ mit. Das war am 24. April.

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„Ich war mitten in einer Besprechung“, sagt die 36-jährige Leipzigerin, die gebürtig aus Schönebeck in Sachsen-Anhalt stammt und als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museumsschloss Moritzburg in Zeitz arbeitet. „Ich konnte es zuerst nicht wirklich glauben.“ Ihr Freund habe sie zu der Bewerbung überredet. Trotzdem habe sie die Idee von Beginn an gut gefunden. „Am Abend haben wir dann telefoniert und einen Schlachtplan aufgestellt.“ Dabei stellte sie direkt klar: „Ich singe nicht Helene Fischer.“

Helene Fischer? Um Anreize zum Spenden zu geben, hatte sich Claus Hock mit seinem nun ehemaligen Rallye-Partner überlegt, Anreize zu geben und eigene Aufgaben zu erfüllen. Als die 1000-Euro-Marke geknackt war, stand fest: Während der Reise wird Claus Hock in einem Podcast ein Lied der deutschen Schlagersängerin zum besten geben.

Aber auch weitaus essenziellere Dinge wurden geplant: Ein zweites Zelt musste her, grundlegendes Essen wurde abgeklärt (Dosenravioli gibt es nur für Claus, Kekse müssen für Steffi mit), Gaskocher, Werkzeug fürs Auto, Klamotten („Möglichst bequem, möglichst weit“, sagt Steffi Karg) oder auch biologisch abbaubares Shampoo für draußen wurden in die Planung aufgenommen. Und: „Wir haben jetzt auch eine Powerbar fürs Auto“, sagt Claus Hock. Schnell bekam Steffi Karg auch ein paar zusätzliche Urlaubstage genehmigt.

Auf engstem Raum

Und der psychologische Faktor? „Die Herausforderung bleibt die gleiche“, sagt Claus Hock. „Mit Malte wäre ich auch zum ersten Mal so lange auf engstem Raum verreist.“ Und auch über Langeweile oder fehlende Gesprächsthemen macht sich das neue Team wenig Gedanken. „Ich glaube, dass es unterwegs so viel zu sehen und erleben geben wird, dass wir genug zu bereden haben – außerdem helfen auch die Aufgaben“, sagt Steffi Karg. „Und wenn wir uns doch einmal gegenseitig auf den Senkel gehen, sagen wir das dem anderen und gehen notfalls eine Stunde in verschiedene Richtungen spazieren“, ergänzt Claus Hock.

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Dennoch musste sich Steffi in kürzester Zeit der neuen Herausforderung stellen. „Wir haben uns vorher zweimal getroffen und ich bin einmal zehn Kilometer mit dem Bulli gefahren“, sagt die Leipzigerin. „Ich bin noch nie Automatik gefahren und hatte vorher mit dem Auto von meinem Papa geübt – das ist allerdings nicht so groß.“ Ihr größte Sorge: Den Bulli wegen ihrer Körpergröße nicht richtig einstellen zu können. „Ich bin 1,58 Meter“, sagt Steffi Karg. Claus Hock misst 1,83 Meter.

Aufregung steigt

„Die Aufregung wurde generell von Tag zu Tag mehr“, sagt der Braker. Das Auto musste gepackt werden. Ein CB-Funkgerät wurde zusätzlich eingebaut, um mit anderen Gruppen in Kontakt zubleiben.

Und auch die jeweiligen Partner stehen hinter dem Rallye-Abenteuer der beiden Freunde: „Meine Freundin mag Campen nicht und wollte somit von Anfang an nicht mit“, sagt Claus Hock und Steffi Karg ergänzt lachend: „Mein Freund hat schließlich dafür gesorgt, dass ich überhaupt dabei bin – jetzt muss er damit leben.“

Gut gelaunt steigen die beiden Rallye-Fahrer in den Bulli. Die erste Strecke wird Claus Hock zurücklegen: „Natürlich“, sagt Steffi Karg und lacht: „Schließlich ist er der Team-Chef.“

Alle Teams aus der Region unter www.nwzonline.de/balticseacircle


Regelmäßige Berichte von der Rallye unter   www.nwzonline.de/balticseacircle 
Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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