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Cewe Color gründet Betriebschor Cewe gründet ersten Betriebs-Chor

Gute Stimmung: Chorleiter Erwan Tacher mit den Sängerinnen und Sängern am Montagmittag im Probenraum.

Gute Stimmung: Chorleiter Erwan Tacher mit den Sängerinnen und Sängern am Montagmittag im Probenraum.

Sascha Stüber

Oldenburg - Die Mitarbeiter von Cewe in Oldenburg haben Glück: Sie können den ganzen Tag schöne Bilder gucken – und jetzt auch noch herrliche Musik hören. Dafür müssen sie ihr Ohr nur montags zwischen 13.30 und 14.30 Uhr an die Tür des Seminarraums neben der Produktion legen. Swing low, Stand by me, Weihnachtslieder – all das bringen die 17 Sängerinnen und Sänger des neuen Cewe-Chors zum Glänzen.

AUs allen Abteilungen

Aus allen Abteilungen machen sich Mitarbeiter in der Mittagszeit auf den Weg: aus Ausbildung, Personal, Produktqualität, Softwareentwicklung, Chemie, Marketing – jeder und jede kann mitmachen, Voraussetzungen: keine. Die Chormitglieder müssen keine Gesangserfahrung mitbringen. Aber so klingt es überhaupt nicht. Obwohl an diesem Montag aus Urlaubsgründen nur zwölf Choristen teilnehmen können, sind die zufälligen Zuhörer begeistert. Auch Chorleiter Erwan Tacher findet seinen Chor „absolut klasse“.

Die Gesundheitsbeauftragte Julia Wulf sagt: „Zuerst habe ich mich kurz gefragt, was das mit Gesundheit zu tun hat, aber ich sage Ihnen: Alle kommen mit so einem Lächeln wieder heraus, meine Frage wurde sofort aufs Schönste beantwortet.“

Seit einem halben Jahr üben die Cewe-Mitarbeiter in ihrer Freizeit zusammen. Tacher sagt: „Es klingt so schön, es ist so perfekt, was will man mehr?“ Schon wird gelacht, weil klar ist, dass ein Chorleiter niemals ganz zufrieden ist. „Aaaaber...?“ - hallte es zurück. Tacher sagt: „,Swing low’, das klingt fröhlich, man muss das auch verkaufen, auch wenn man gerade etwas gestresst ist, man entscheidet sich vorher bewusst, es genau so zu machen.“

Der Chorleiter

Und genau so machen es die Choristen dann auch. Erwan Tacher sagt: „Das klingt sooo schön, huuuh, alle Energie, die ihr hier schickt, die bekommt das Publikum.“

Tacher lobt die Solistin, fordert den Bass, sorgt für Gelächter, lächelt seine Sängerinnen und Sänger an, der Franzose macht das mit Ernsthaftigkeit, Charme und Witz – die Chemie stimmt einfach im Chor des bedeutendsten Fotolabors Europas.

Mit bretonischen Wurzeln in der Pariser Vorstadt geboren hat Tacher zunächst als Ingenieur in Kopenhagen gearbeitet. In dieser Zeit spielte und sang er Popmusik in dänischen Bands. Vor zehn Jahren kehrte er zurück nach Frankreich und studierte am Conservatoire de Nantes Gesang, Chorleitung und Harmonie. Heute unterrichtet Tacher Gesang und Gitarre und hat Gitarrengruppen in Lübeck, Hamburg und Bremen gegründet, „um die Integration von Migranten zu unterstützen“.

Der Cewe-Chef

Der Chorleiter sagt: „Meiner Meinung nach hat das Konzept des Betriebschores ein enormes Potenzial, wird aber in Deutschland noch kaum verwendet.“ Sein Konzept hat er aus einem französischem Betriebschor – der Société Générale Nantes – entwickelt. Im März durfte er es auf Einladung von Cewe-Chef Christian Friege der Personalabteilung von Cewe vorstellen.

Friege, der selbst im Lambertichor singt, sagt: „Schon in meiner Kindheit war ich von Musik fasziniert und begann früh, im Chor zu singen. Diese Begeisterung begleitet mich bis heute. Das Singen ist für mich ein wunderbarer Ausgleich nach einem langen Arbeitstag. Neben der Freude am Gesang wird auch der Zusammenhalt gestärkt, das ist toll.“

Die Choristen

Nach einer Probestunde war klar, das es weiter gehen sollte. Cewe stellte ein E-Piano zur Verfügung, den Probenraum, und seitdem hat das Unternehmen Klang: Mit den aktuell 17 Choristen, Tendenz steigend, sind alle Simmgruppen – Sopran, Alt, Tenor und Bass – besetzt. Am 18. November bringen sie die Jubilar-Feier des Unternehmens zum Klingen, auch ein Auftritt mit zwei bis drei Stücken beim Adventssingen in der Lambertikirche ist im Gespräch. Eine der Sängerinnen sagt: „Alleine hätte ich nie gesungen, aber so in der Gemeinschaft macht das echt Spaß, es verbindet auch. Toll, dass Cewe das ermöglicht.“ Und eine andere sagt: „Das befreit, man hat hinterher total gute Laune und kommt mit voller Energie aus der Probe zurück an die Arbeit, wir finden das großartig.“ Im Hintergrund hängen Fotos aus der Serie „Magie der kleinen Dinge“. Passt gut.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
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