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Info-Aktion in Oldenburger Innenstadt Großer Redebedarf rund ums Thema Impfen

Stellen sich den Fragen der Passanten (vorne v. l.): Prof. Dr. Michael Freitag, Prof. Dr. Axel Hamprecht, Dr. Renate Dirks und Prof. Dr. Maximilian Bockhorn. Hinten links: Frank Hinrichs vom Kooperationspartner Stadt Oldenburg

Stellen sich den Fragen der Passanten (vorne v. l.): Prof. Dr. Michael Freitag, Prof. Dr. Axel Hamprecht, Dr. Renate Dirks und Prof. Dr. Maximilian Bockhorn. Hinten links: Frank Hinrichs vom Kooperationspartner Stadt Oldenburg

Oldenburg - Die Impfkampagne nimmt zwar unter dem Eindruck der stark gestiegenen Inzidenzzahlen an Fahrt auf. Aber nach wie vor gibt es Skepsis oder einfach Redebedarf. Ärzte des Klinikums Oldenburg haben am Samstag mit einem Info-Stand in der Fußgängerzone auf diesen Bedarf reagiert. Unterstützt von der Stadt Oldenburg und der NWZ stellten sich insgesamt acht Fachleute von Klinikum und Universitätsmedizin den Fragen der Passanten.

Unsicherheiten abbauen

Der Virologe Prof. Dr. Hamprecht, einer der Initiatoren, zieht eine zufriedene Bilanz. „Wir hätten gern noch mehr Erst-Impf-Termine vermittelt“, sagt Hamprecht. „Aber vielfach konnten wir nach einem Gespräch feststellen, dass die ursprüngliche Impfskepsis einer grundsätzlichen Impfbereitschaft gewichen ist.“ Viele Gespräche hätten dazu beigetragen, Unsicherheiten abzubauen und die Gründe für die Notwendigkeit einer Corona-Schutzimpfung verständlicher zu machen. In einem Info-Flyer fanden Interessierte eine Übersicht über Arztpraxen als Anlaufstellen.

Gegen Corona-Impfungen sind eine Reihe von Argumenten im Umlauf – überzeugend ist aus Sicht von Impffachmann Axel Hamprecht keiner der Gründe.

ARGUMENTE GEGEN IMPFEN – WAS DER VIROLOGE SAGT „Wem sein bestes Stück etwas wert ist, sollte sich impfen lassen“

Christoph Kiefer
Oldenburg

„Eine Frau erklärte, auch Geboosterte könnten sich anstecken“, berichtete Prof. Dr. Maximilian Bockhorn, „sie meinte daraus den Schluss ziehen zu können, dass Impfen nichts bringe“. Im Gespräch habe er deutlich machen können, dass es um eine deutliche Reduzierung des Ansteckungsrisikos und des Risikos eines schweren Verlaufs gehe, berichtete Bockhorn. „Wir wurden oft nach Booster-Terminen gefragt“, sagte Prof. Dr. Michael Freitag. „Die Konnten wir ihnen – wenn auch nicht immer kurzfristig – vermitteln.“ Die Probleme beim Impf-Management seien ein weiteres Thema mit erhöhtem Redebedarf. Ein Ehepaar habe berichtet, es sei vom Impf-Punkt abgewiesen worden. „Sie seien fünf Monate und 29 Tage nach ihrer Zweitimpfung wegen einer Booster-Impfung vorstellig aber nicht angenommen worden“, berichtete Prof. Freitag.

Schwieriger Dialog

Auch Impf-Skeptiker und -Gegner nutzten den Stand, um Unverständnis und Kritik an der Impfkampagne zu äußern. „Da war es zum Teil schwer, ins Gespräch zu kommen“, sagt Prof. Hamprecht. Aber es gab auch große Dankbarkeit: „Eine Frau hat uns Schokolade geschenkt und uns für die tolle Aktion gelobt.“ Der Info-Tag habe gezeigt, dass eine Reihe von Menschen das persönliche, direkte Gespräch mehr wertschätzen als eine Information über Medien.

Die Stadt Oldenburg hat das Impfangebot am Impf-Punkt in den Schlosshöfen ausgebaut und will die Kapazitäten weiter erhöhen. Auch Arztpraxen haben ihre Impfangebote ausgeweitet. Rückmeldungen von Arztpraxen hatten in der vergangenen Woche Engpässe bei den Impfstoff-Lieferungen deutlich werden lassen. Betroffen ist allerdings in erster Linie Biontech. Mehrere Ärzte berichteten übereinstimmend, dass Moderna in der benötigten Menge zur Verfügung stehe.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)
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