Oldenburg - „Was Sie schon immer über die Impfung wissen wollten – kommen Sie einfach vorbei.“ Mit einigen anderen Medizinern möchte der Oldenburger Virologe Prof. Dr. Axel Hamprecht Falschinformationen aus der Welt räumen, die Menschen bisher von einer Corona-Schutzimpfung abgehalten haben. Gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Freitag vom Department für Versorgungsforschung der Uni Oldenburg hat er deshalb einen Impf-Infotag initiiert, um Menschen „auf der Straße“ zur Erstimpfung zu bewegen, die ansonsten keinen Zugang zum Impfen haben und noch Aufklärung benötigen.
Prof. Dr. Axel Hamprecht
Die Aktion der Oldenburger Universitätsmedizin, die in Kooperation mit der Stadt Oldenburg und der Nordwest-Zeitung stattfindet, dient vor allem der Aufklärung der Bevölkerung in Zeiten, in denen immer noch viele Halb- und Unwahrheiten Menschen von der Corona-Schutzimpfung abhalten. An ihrem Impf-Infostand stehen Oldenburger Ärztinnen und Ärzte am Samstag, 4. Dezember, in der Innenstadt neben der Hirsch-Apotheke, um mit Unentschlossenen und Zweifelnden ins Gespräch zu kommen. Die Aktion ist zudem verbunden mit einer – je nach Nachfrage und Verfügbarkeit – Terminvergabe für eine taggleiche Erstimpfung im Impfpunkt der Stadt Oldenburg. Bei die Kapazität übersteigender Nachfrage werden auch Termine für eine Erstimpfung für die darauffolgenden Tage und Wochen vergeben.
Alle Fragen erlaubt
Es dürfen alle Fragen rund um die Corona-Impfung gestellt werden, die auf den Nägeln brennen. „Bei dem Infostand geht es darum, interessierte Mitbürger zu informieren beziehungsweise das Interesse zu wecken, Vorbehalte auszuräumen und offene Fragen zu beantworten“, so Freitag. „In den Hausarztpraxen machen wir das jeden Tag, warum nicht auch in der Stadt, im Freien.“
Am Samstag, 4. Dezember, werden Ärzte von 9.30 bis 17 Uhr für Aufklärungsgespräche und Beantwortung von Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung zur Verfügung stehen. Der Info-Stand ist an der Hirsch-Apotheke in der Achternstraße/Ecke Staustraße zu finden.
Die Ärzte halten Info-Material vor, das auch Praxen in Oldenburg enthält, die auch zur Impfung fremder Patienten bereit sind. Die Beratungen sind selbstverständlich kostenfrei.
„Seit Monaten verfolgen wir die niedrigen Impfraten in Deutschland“, sagt Hamprecht, Direktor des Universitätsinstituts für Medizinische Mikrobiologie und Virologie. „Die Zurückhaltung beim Impfen ist häufig zurückzuführen auf fehlerhafte Informationen, fehlendes Bewusstsein für das eigene Erkrankungsrisiko, aber auch auf einen Mangel an Impfangeboten. Wir sehen als der Wissenschaft verpflichtete Ärzte und Ärztinnen die dringende Notwendigkeit, noch mehr Informationen anzubieten. Hieraus ist die Idee entstanden, mit einem Stand von Ärztinnen und Ärzten und Ärztinnen zu allem rund um die Corona-Impfung zu informieren.“
Impfpunkt kommt an
„In den letzten Wochen wurde klar, dass sich nochmal etwas bewegen muss“, betont auch Freitag mit Blick auf die Impfquote von landesweit 70 Prozent. Im Spätsommer habe es eine bundesweite Phase der Gelassenheit gegeben, Erstimpfungen seien nicht forciert und die Planung von Booster-Impfungen etwas außer Acht gelassen worden, so Freitag . „Insofern ist die jetzige Situation keine Überraschung.“ Die Arztpraxen geben ihr Bestes, seien aber weitgehend am Limit.
Prof. Dr. Michael Freitag
Die Initiative der Stadt, einen Impfpunkt zu eröffnen sei ebenso erfreulich wie auch bitter notwendig, so Freitag. Die gute Akzeptanz spreche dafür, dass die Nachfrage insbesondere für niedrigschwellige Angebote weiterhin hoch sei. „Wir sehen es sportlich und können uns nicht damit zufrieden geben, dass Bremen im Ländervergleich die Tabellenführung übernommen hat, während Oldenburg nur Mittelmaß ist.“ Zu häufigen Argumenten gegen eine Corona-Schutzimpfung hat sich Prof. Dr. Axel Hamprecht bereits gegenüber unserer Redaktion geäußert. Die Antworten des Virologen finden Sie online unter
