Oldenburg - Eine klare Öffnungsstrategie für die Universität Oldenburg: Das fordert der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA). Der Unmut scheint groß. „Es mangelt an festen Plänen oder Zusagen“, sagt AStA-Sprecher Tarek Probst. „Man wird immer wieder vertröstet und es wird doch nichts entschieden.“
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Kritik am Präsidium
Die Kritik richtet sich an das Präsidium der Universität. Man sehe an den Schulen und den Berliner Universitäten, dass es möglich ist, mit Hygienekonzepten zu öffnen. „Das wurde hier einfach ausgesessen.“ Zumindest eine Hybrid-Form aus Präsenzkursen, die online besucht werden können, sei wünschenswert. Die reine Online-Lehre ist belastend. Zum einen aufgrund der sozialen Isolation und der langen Arbeitszeit am Bildschirm in oft beengten Wohnverhältnissen. Zum anderen, weil Dozenten zusätzliche Prüfungsleistungen während des Semesters erwarteten, um die Anwesenheit zu kontrollieren. „Die Erholungszeit fällt weg.“
Vor allem aber brauche es Planungssicherheit. „Man müsste sich jetzt rechtzeitig für das Wintersemester ein Konzept überlegen, damit die Leute wissen, ob sie nach Oldenburg ziehen sollten oder nicht“, sagt Probst. Die Unsicherheit, ob und ab wann geöffnet wird, sei für die Studentinnen und Studenten fatal. Viele seien zurück zu ihren Eltern gezogen oder gar nicht erst nach Oldenburg gekommen.
Die Universität verweist auf Nachfrage darauf, dass sie, „wann immer es möglich war“, flexibel auf die sich ändernde Infektionslage reagiert habe. In den vergangenen Wochen seien erste Lockerungen erfolgt. So dürften beispielsweise mehr Personen gleichzeitig in die Bibliothek. Wenn sich die Pandemie-Lage weiter stabilisiere, würden zum Wintersemester mehr Lehre in Präsenz und ein Campus-Leben möglich sein. „Konkretere Aussagen zum Wintersemester können zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden, da noch nicht abzusehen ist, wie sich die Pandemie im Herbst entwickeln wird.“
Pragmatische Hilfe
Auf die Frage, ob eine feste Zusage in einer sich immer wieder ändernden Pandemie-Lage überhaupt erwartbar sei, sagt Probst: „Man muss zumindest pragmatische Hilfe leisten, statt einen so ganz allein im Regen stehen zu lassen.“ Ein Beispiel: Leih-Laptops für Personen ohne eigenen Computer. Der AStA fordert auch eine Impfstrategie für die Studentinnen und Studenten.
Dazu schreibt die Universität, dass es aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht möglich sei, Leih-Laptops anzuschaffen. Ein Impfangebot für die Studentinnen und Studenten sei leider nicht realisierbar, da es seitens des Landes Niedersachsen keine rechtlichen und finanziellen Grundlagen gebe. Der Ball liegt damit beim Land. Probst fordert, dass die Politik die Universität unterstützen sollte, eine Öffnungsstrategie zu entwickeln. Zudem müssten die sozialen Hilfen für Studentinnen und Studenten ausgebaut werden.
