Oldenburg - Wer ist von der Corona-Pandemie in Oldenburg aktuell am meisten betroffen? Wo gibt es Schwerpunkte? Welche Virus-Mutationen spielen eine Rolle? Fragen gibt es auch nach mehr als einem Jahr Pandemie viele. Einige hat unserer Redaktion der Stadt gestellt.
Wo werden die meisten Infektionen festgestellt ?
Es gibt laut Stadt „schon eine erkennbare Verschiebung auf jüngere Menschen, auch Schülerinnen und Schüler“. Ansonsten gebe es in der Stadt weiter ein diffuses Geschehen. Auffällig ist, dass viele Personen, die schon in Quarantäne sind, positiv werden. Das ist für das Gesundheitsamt ein Hinweis auf eine höhere Ansteckungsfähigkeit des Virus. Die mit deutlichem Abstand absolut am stärksten Betroffenen Altersgruppen sind laut Robert Koch Institut (RKI) die 15- bis 34-Jährigen (1263 Fälle) und die 35- bis 59-Jährigen (1149 Fälle). Insgesamt stehen für Oldenburg 3770 nachgewiesene Covid-19-Infektionen in der Statistik.
Wie sind die Rückmeldungen aus den Schulen zu den Schnelltests ?
Eine strukturierte Abfrage wurde zum Thema Schnelltest nicht gemacht. Aus diversen Rückmeldungen werde aber deutlich, dass noch erhebliche Unsicherheiten über Lieferzeiten und über die Anzahl der gelieferten Schnelltests bestehen. Zudem haben sich einige Schulen beklagt, dass zum Teil vom Land Niedersachsen Großpackungen zugesandt wurden, so dass die Lehrkräfte die Schnelltests erst zusammenstellen mussten.
Positiv verbucht die Stadt, dass inzwischen vonseiten des Landes Niedersachsen mitgeteilt wurde, dass nichtschulisches Personal, wie z.B. Handwerker, Reinigungskräfte und Küchenpersonal, ihrer Nachweispflicht durch die Durchführung sogenannter Schnelltests regelmäßig zweimal wöchentlich nachkommen können. Schulbegleitungen erhalten die Tests über die Schule. Hier waren im Vorfeld deutlich höhere Anforderungen gestellt worden.
In den meisten Fällen funktioniert das Testen nach Angaben der Stadt zu Hause sehr gut. Nur in Ausnahmefällen müssten die Schulen nachsteuern und den Test in der Schule durchführen.
Haben Herkunft oder sozialer Status einen Einfluss ?
Hinweise auf ein erhöhtes Infektionsgeschehen nach Herkunft oder Einkommen sind laut Stadt statistisch gesehen nicht klar erkennbar. Allerdings seien in einigen Oldenburger Stadtteilen deutlich höhere Inzidenzwerte als im städtischen Durchschnitt zu sehen. Dort sei oft die Wohnsituation schlechter und der Anteil von Migranten höher als im städtischen Durchschnitt. Daraus könne man ableiten, dass Corona auch eine soziale Komponente hat, die vor allem Menschen in schlechteren Wohn- und Lebensverhältnissen trifft.
Wie ist es mit Großfamilien und Menschen mit Migrationshintergrund ?
Ein überproportionales „Auffallen“ ist dem Gesundheitsamt statistisch nicht bekannt. Gleichwohl sollen die Anstrengungen intensiviert werden, mehrsprachig für Aufklärung und Information zu sorgen. Dafür setzt die Stadt auf ihre Gemeinwesenarbeit in den Stadtteilen und arbeitet am zielgerichteten Einsatz eines Testbusses, der vor Ort Schnelltests anbietet.
Wie erreicht man diese Familien besser, um sie stärker zu sensibilisieren ?
Die Stadt betont, von Beginn an auf Infos in verschiedenen Sprachen gesetzt zu haben und auch auf Beratungsarbeit in der Stadtteilarbeit. Das solle beibehalten und wenn möglich verstärkt werden.
Wie hoch ist der Anteil von Virus-Mutationen in Oldenburg ?
Das Gesundheitsamt schätzt mittlerweile einen Anteil von 90 Prozent. Nachdem das RKI in den Empfehlungen zu Quarantäne und Kontaktpersonenmanagement nicht mehr unterscheidet, werden diese Daten nicht mehr erhoben, da sie für die tägliche Arbeit des Gesundheitsamtes ohne Relevanz sind.
Sind neben B.1.1.7 schon weitere Mutation aufgetaucht ?
In Oldenburg sind in geringer Zahl weitere Mutationen aufgetreten, die aber für sich keine Bedrohung darstellen. Sie sind lediglich unter Beobachtung. Ganz konkret handelt es sich (Stand Freitag, 23. April) um sechs Fälle der Mutation N501Y, drei Fälle von B.1.351, zwei Fälle der Mutation B.1.177.81 und jeweils ein Fall der Mutationen B.1.1.141 und B.1.177.62.
