Oldenburg - Auch wenn es bisher mit 900 bis 1000 Impfungen pro Tag schon recht zügig voran ging im Corona-Impfzentrum in der Weser-Ems-Halle, das vergangene Wochenende sollte noch mal dazu genutzt werden, so einiges aufzuholen.
Also haben der Projektgruppenleiter Andreas Schiefbahn von der Berufsfeuerwehr Oldenburg mit seinen Kollegen und Ärzte auch am Sonntag die Pforten für Impfwillige geöffnet. „Unser Team funktioniert ausgezeichnet“, sagt der Feuerwehrmann. Dazu gehören unter anderem Mitarbeiter der Stadtverwaltung Oldenburg und des DRK, insgesamt rund 40 Profis. Sechs Ärzte sind täglich anwesend. Zu den „Impflingen“ gehören an diesem Sonntag über 70-jährige Frauen und Männer, schwerkranke Menschen und medizinisches bzw. Betreuungspersonal.
„Hier läuft kein Impfwilliger von Raum zu Raum, sondern man wird aus dem Wartebereich persönlich abgeholt“, so Andreas Schiefbahn. Im selben Raum findet auch das Informationsgespräch mit dem Arzt und die Nachbereitung statt. Ein guter Service vor allen Dingen für die Menschen, die 70 Jahre und älter sind. Ab heutigen Montag werden auch 60- bis 70-Jährige geimpft.
„Auf der sicheren Seite“
Überall trifft man motiviertes Personal. Talkea Siemer will Berufsschullehrerin im Gesundheitswesen werden und versieht ehrenamtlich ihren Dienst. „Die Leute sind alle sehr nett und glücklich und freuen sich, dass sie ihre Impfung bekommen haben“, berichtet sie. Auch der Arzt Vito Olschewski, normalerweise im Pius Hospital als Anästhesist tätig, ist mit Spaß dabei, als er Elisabeth Blömer und viele andere über die Chancen und Risiken der Impfung informiert. „Der Ablauf ist super durchstrukturiert“, lobt er die Verantwortlichen. „Ich bin froh, dass ich jetzt geimpft bin“, sagt Elisabeth Blömer. Wenn alles überstanden ist, sitzt man noch gemütlich vor großen Bildschirmen und schaut sich spannende Filme aus exotischen Ländern an. Für 15 Minuten – so lange sollte man abwarten ob die Impfung nicht irgendwelche Nebenwirkungen hervorgerufen hat. Bei Ursula und Gerd Heringer ist alles in Ordnung. „Zu Beginn mussten wir etwas warten, um alle Unterlagen zusammenzustellen und dann ging es ganz flott“, sagen beide einmütig und sind froh, nun auf der sicheren Seite zu sein. Auch wenn die zweite Impfung noch aussteht.
Natürlich hat man an auch das Wohl der Aktiven gedacht. Im Personalbereich stehen, Kaffee, Wasser, Süßigkeiten und Obst bereit. Aus hygienischen Gründen ist Obst nur in Form von Bananen erlaubt. Der Oberbürgermeister hat eine große Kiste mit Süßigkeiten gestiftet.
„Alle ziehen mit“
Nahezu 1000 Menschen pro Tag erfolgreich mit Impfstoff zu versorgen, setzt eine hohe Disziplin voraus. „Vielleicht liegt es auch daran, weil alle mitziehen. Politik ebenso wie Verwaltung. Medizin ebenso wie die Feuerwehr, das DRK und die vielen Ehrenamtlichen“, so Schiefbahn.
„So etwas, wie in Schortens kann hier übrigens nicht passieren“, betont Andreas Schiefbahn mit Blick auf die sechs Impfungen mit Kochsalzlösung statt Vakzin. „Bei uns gilt schon von Anfang an das Vier-Augen-Prinzip.“
