Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Mobile Geräte gegen Corona-Pandemie Stadt bietet Grundschulen Luftreiniger an

Im Alten Gymnasium sind Luftfiltergeräte schon im Einsatz – auf eigene Initiative. Nun will die Stadt Grundschulen ebenfalls ausstatten.

Im Alten Gymnasium sind Luftfiltergeräte schon im Einsatz – auf eigene Initiative. Nun will die Stadt Grundschulen ebenfalls ausstatten.

Oldenburg - Jetzt also doch: Die Grundschulen und Förderklassen (Klassen 1 bis 4) erhalten von der Stadt auf Wunsch mobile Raumluftreiniger für die Klassenräume – auch wenn es innerhalb der Verwaltung nach wie „erhebliche Bedenken gegen mobile Luftreiniger gibt“, wie Jürgen Krogmann (SPD) sagt. Der Oberbürgermeister geht damit über die Verwaltungsvorlage hinaus, die dem Einsatz dezentraler Lüftungsanlagen den Vorrang gibt. Die Vorlage war am Donnerstag im Betriebsausschuss Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft und Hochbau diskutiert worden.

Ein Luftfiltergerät steht in einem Fachraum des Alten Gymnasiums. Die Schule hat mehrere mobile Luftfiltergeräte angeschafft, um die Konzentration von Aerosolen auch in Klassenräumen, die nicht gut belüftet werden können, senken zu können.

LUFTREINIGER IN OLDENBURGER SCHULKLASSEN Breite Zustimmung von der Politik

Markus Minten
Oldenburg

Herbst im Blick

Krogmann betont: „Alles, was die Fachabteilungen vertreten, ist richtig und nachvollziehbar.“ Aber: „Wir müssen die Gesamtsituation sehen.“ Durch die Ausbreitung der Delta-Variante, die Reisetätigkeit in den Sommerferien und die Tatsache, dass es bisher keinen Impfung für unter Zwölfjährige gebe, sei die Gefahr groß, dass es im Herbst eine vierte Welle geben könnte – selbst wenn diese angesichts des Impffortschritts „nicht den Schrecken der vorherigen“ haben dürfte. „Ein solches Schuljahr, wie wir es erlebt haben, wollen wir alle nicht noch einmal erleben.“

Der Einsatz mobiler Luftfiltergeräte wird in der Stadt seit Monaten kontrovers diskutiert. Befürworter der Geräte verweisen ebenso auf Studien und Expertenmeinungen, wie die Gegner es tun. Das Land setzt auf das manuelle Lüften und verweist darauf, dass mobile Luftfilteranlagen dies nicht ersetzen. „Ich bin enttäuscht, dass die Kommunen das regeln müssen“, kritisiert Krogmann fehlende Unterstützung aus Hannover.

Meinung
Ein Luftfiltergerät steht in einem Fachraum des Alten Gymnasiums. Die Schule hat mehrere mobile Luftfiltergeräte angeschafft, um die Konzentration von Aerosolen auch in Klassenräumen, die nicht gut belüftet werden können, senken zu können.

KOMMENTAR ZU MOBILEN LUFTFILTERN IN OLDENBURGER SCHULEN Verantwortung verschoben

„Ohne restlos überzeugt zu sein, sehe ich die Eltern und Schüler. Und denen wollen wir nun ein Angebot machen – wenn die Politik mitmacht“, so Krogmann. Die muss nämlich über die wohl mehr als eine Million Euro, die zur Anschaffung der mobilen Geräte notwendig sein dürfte, entscheiden – im Schulausschuss (Dienstag, 6. Juli, 17 Uhr, Alte Fleiwa, auf Anmeldung unter https://gemeinsam.oldenburg.de/teilnehmen), im Finanzausschuss (Mittwoch, 7. Juli, 17 Uhr, Alte Fleiwa, auf Anmeldung) und abschließend im Rat am 19. Juli. In ihrer Vorlage hatte die Verwaltung aufgeführt, dass es allein in den Grundschulen 343 Räume ohne Anschluss an eine Lüftungsanlage gibt. Geeignete Geräte kosten laut Verwaltung rund 2000 Euro pro Stück. Eine Finanzierung sei im laufenden Haushalt möglich, so Krogmann. Auch geht er davon aus, dass die Geräte kurzfristig geliefert werden können.

Schulen entscheiden

Die Entscheidung, ob und welche Räume bestückt werden sollen, liegt jetzt bei den Schulleitungen. Man werde vor den Sommerferien bei den Schulen das Interesse und den Bedarf abfragen, so Krogmann.

Nachdem die Verwaltung bisher gegen mobile Luftfilter argumentiert hatte, gelten sie nun dort als „eine sinnvolle Ergänzung zum Lüften“, die „einen Beitrag leisten können, die Gefahr von Corona-Infektionen zu reduzieren“.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Völlig zerstört: Die Aufnahme aus dem Jahr 1986 zeigt die   St. Georgen Kirche, dahinter die Wallgärten (Kuhweide)- und die Wohnblöcke vom Friedenshof .

KIRCHE ST. GEORGEN VOR ABRISS GERETTET Oldenburg und das Wunder von Wismar

Thomas Husmann
Oldenburg
Stehen bereits in den Startlöchern, von links: Ronald Siebel (Horizontalbohrung), Felix Baierlein (Genehmigung), Tobias Biener (Projektkommunikation), Frank Schwering (Genehmigung) und Jan-Henrik Kupfernagel (Horizontalbohrung).

HORIZONTALBOHRUNGEN IN DORNUMERSIEL BEGINNEN Dieses Großprojekt spielt entscheidende Rolle für die Energiewende im Nordwesten

Larissa Siebolds
Dornumersiel
Ins DLV–EM-Team berufen: Talea Prepens

LEICHTATHLETIK DLV nominiert Talea Prepens doch noch für EM

Steffen Szepanski
Cloppenburg
Ziel des Neugeborenenhörscreenings mit angeschlossenem Tracking ist es, schwerhörige Kinder möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate zu behandeln – beispielsweise mit einem Cochlea-Implantat.

OLDENBURGER HÖRZENTRUM FORDERT LANDESWEITE UNTERSUCHUNGEN Trotz Anspruchs – 86 Prozent der Babys werden nicht auf Schwerhörigkeit getestet

Anja Biewald
Oldenburg
Michaela Dirks ist Vorsitzende des Vereins Transplant-Kids in Wiesmoor.

TRANSPLANT-KIDS AUS WIESMOOR ÜBER ORGANSPENDEN In Deutschland gibt es im europäischen Vergleich nur wenige Organspender

Katrin Von Harten-Wübbena
Wiesmoor