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Corona-Tests in Oldenburg Wie Lehrer und Erzieher an Schnelltests kommen

Nils Hannes Klotz

Oldenburg - Präventive Corona-Schnelltests bekommen Niedersachsens Lehrer seit Anfang der Woche. Bis 28. März ist ein Test pro Woche kostenfrei. In Oldenburg bieten 19 Ärzte die Tests an. Was eine Lehrerin davon hält:

Das sagt die Lehrerin

Die Schnelltests seien „besser als nichts“, sagt Wencke Hlynsdóttir, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bezirksverband Weser-Ems. Welche Arztpraxen die Tests anbieten, könnten die Lehrer einer Liste entnehmen. Richtig sicher fühle sie sich mit dem Konzept aber nicht: Bei den Schnelltests habe man zwar nach wenigen Minuten ein Ergebnis, sie seien aber nicht so genau wie die PCR-Tests, befürchtet Hlynsdóttir. Auch findet sie es nicht optimal, die Tests in Arztpraxen durchzuführen: „Ich würde es vorziehen, die Tests in einem Testzentrum zu machen, um die Abstände wahren zu können und die Personen isoliert testen zu können.“ Die Patienten in den Praxen dürften auch keinen unnötigen Gefahren ausgesetzt werden.

Aktuell unterrichtet Hlynsdóttir als Grundschullehrerin in Oldenburg zwar nur halbe Klassen im Präsenzunterricht. Sie macht sich aber Sorgen, wenn sich in Zukunft wieder mehr Kinder im Klassenraum aufhalten werden: „Die Schnelltests reichen bei vollen Klassen nicht aus.“ Für die Grundschüler sei es schwer, sich an Abstandsregeln zu halten. Eine Maskenpflicht im Unterricht gebe es auch nicht.

Das sagt die KVN

Warum offiziell nur 19 Ärzte in Oldenburg die Tests anbieten, erklärt Detelf Haffke von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN): „Die KVN hat mit dem Kultusministerium einen Rahmenvertrag über die Lehrertestungen abgeschlossen. Alle Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen sind über den Vertrag informiert worden. Die Ärztinnen und Ärzte können diesem Vertrag beitreten – sie müssen allerdings nicht beitreten. Es besteht keine Verpflichtung.“

Das sagt die Ärztin

Fünf bis zehn Schnelltests würden von ihrem Praxisteam aktuell am Tag bei Lehrern durchgeführt, sagt Dr. Maria Bösenberg, Hausärztin aus Oldenburg. Aber die Möglichkeit der Schnelltests gebe es auch erst seit dieser Woche, sagt sie: „Das läuft jetzt gerade erst an.“ Einen Termin für den Schnelltest bekomme man bei ihr nur nach telefonischer Vereinbarung und vorheriger Abfrage der Symptome. Denn die Schnelltests würden sich nur an Personen ohne Symptome richten, sagt Bösenberg. Trotzdem gebe es für die zu testenden Personen eine gesonderte Wartezone direkt vor dem Labor: „Wir sind ein bisschen vorsichtiger.“

Dass diese Vorsicht nicht in jeder Praxis der Standard ist, weiß Lehrerin Wencke Hlynsdóttir. Für einen Schnelltest sollte sie in einer Praxis mit anderen Patienten im Wartezimmer Platz nehmen – ohne vorherige Abfrage ihrer Symptome. Den Namen der Arztpraxis möchte sie nicht nennen.

So ist es bei KITAs

Die Testung des Kita-Personals hingegen ist Aufgabe der Stadt. Jeder der 300 städtischen Beschäftigten könne einmal pro Woche einen Test im Gesundheitsamt machen, sagt Reinhard Schenke, Pressesprecher der Stadt. Es habe täglich von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr geöffnet. Das Ergebnis der Schnelltests liege nach 20 Minuten vor.

Das Testcenter-Oldenburg bietet Kitas und Firmen ab kommender Woche zusätzlich mobile Antigen-Schnelltests an. „Durch diesen besonderen Service müssen die Mitarbeiter von Firmen und Kindertagesstätten nicht zum Testcenter fahren. Dies spart Zeit und vermeidet zusätzliche Kontakte“, heißt es in einer Pressemitteilung. Sollte ein Schnelltest positiv sein, könnte beim mobilen Testservice zudem direkt im Anschluss der genauere PCR-Test zur Abklärung durchgeführt werden.

Am Bahnhof führt das Testcenter Oldenburg bereits seit Anfang Januar Tests durch. Die hohe Nachfrage wirkt sich jetzt auf die Preise aus, teilt Matthias Hunecke, Mitinitiator des Testcenters, mit: Ab dem 20. Februar kostet ein Schnelltest 30 statt 50 Euro und ab März sinkt der Preis für einen PCR-Test von 100 auf 75 Euro. Das Testcenter am Bahnhof hat derzeit an sieben Tagen geöffnet.

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