Oldenburg - Das Interesse am Impfpunkt in Oldenburg ist ungebrochen. Dr. Holger Petermann, Leiter des Gesundheitsamtes, berichtete im Sozialausschuss der Stadt am Dienstag über die weiteren Planungen für die Impfkampagne in Oldenburg. „Ein Großteil der Impfungen waren zunächst Booster-Impfungen. Jetzt, wo die Maßnahmen für Ungeimpfte anziehen, haben wir auch mehr Erstimpfungen. Wir bestellen literweise Impfstoff, damit es ausreicht.“
Zwei Teams mehr
Im Moment hat die Stadt drei Impfteams im Einsatz. Zwei arbeiten am Impfpunkt an den Schlosshöfen, eines ist mobil unterwegs und wird zum Beispiel in Pflegeheimen und Schulen eingesetzt. Zwei weitere Impfteams sollen jetzt noch hinzukommen, erklärte Petermann. „Wir planen, noch einen weiteren festen Impfpunkt zu öffnen.“ Das andere Team soll in der Stadt unterwegs sein. „Unser Angebot ist als unterstützend zu den Hausärzten zu sehen“, sagte er weiter.
„Die Impfung hilft, ist mein bescheidener Eindruck“, betonte der Leiter des Gesundheitsamtes. Es werde viel über Impfdurchbrüche geredet, aber: „Wenn man als vollständig Geimpfter einen positiven Test und keine Symptome hat, ist das kein Impfdurchbruch. Und die Menschen, die trotz der Impfung Symptome haben, verzeichnen meist nur leichte Symptome. Die meisten merken gar nicht, dass sie infiziert sind. Ich vermute eine hohe Dunkelziffer“, erklärte er.
Nicht zu streng
Man brauche nun schärfere Maßnahmen, um die Ansteckungszahlen zu verringern. „Die Maßnahmen dürfen für Geimpfte aber auch nicht zu streng sein. Sonst fehlt die Motivation für die Impfung“, so Petermann. Dass der Inzidenzwert in den vergangenen Tagen leicht gesunken sei, mache Hoffnung. Vielleicht sei das die Umkehr der vierten Welle.
Kritik übte er am Land Niedersachsen. „Die Schließung des Impfzentrums war fahrlässig und viel zu früh“, sagte er. „Die Aufgabe für die mobilen Impfteams dann einfach den Gesundheitsämtern zu übergeben, war der totale Wahnsinn. Das hat uns neben der Kontaktverfolgung den Rest gegeben“, sagte er. Als die Corona-Pandemie ihren Anfang nahm, waren beim Gesundheitsamt in Oldenburg lediglich ein Arzt und zwei Gesundheitsaufseher beschäftigt. Mittlerweile sei so weit aufgestockt worden, dass zwischenzeitlich sogar Container für Mitarbeiter und Helfer aufgestellt wurden.
