Oldenburg - Zu Beginn machen sie sich getrennt voneinander auf den Weg, begegnen sich immer mal wieder und sind sich nicht so wirklich grün. Dennoch vereint die beiden Gruppen rund um die Protagonisten „Jewels“ und „Johnny“ ein gemeinsames Ziel: sie wollen den Schatz von Bloherfel.de im gleichnamigen interaktiven Hörspiel finden. Und dabei ist für die Teilnehmer alles anders als bei einer klassischen Theateraufführung, denn bei dieser Produktion sind die Zuhörer ein Teil des Stückes. Einige müssen sogar selber in Rollen schlüpfen. Ein ungewöhnliches Konzept – das aber funktioniert und einen völlig neuen Zugang zum Inhalt des Stückes und auch der Geschichte des Stadtteils Bloherfelde bietet, wie sich bei der Premiere am Freitagabend gezeigt hat.
Vorstellungen des Stückes laufen an folgenden Terminen: Mittwoch, 16. Juni (19 Uhr); Donnerstag, 17. Juni (19 Uhr); Freitag, 18. Juni (19 Uhr); Samstag, 19. Juni (14, 17 und 20 Uhr); Sonntag, 20. Juni (14, 17 und 20 Uhr).
Darüber hinaus gibt es drei Zusatztermine: Montag, 14. Juni (19 Uhr); Dienstag, 15. Juni (19 Uhr); Freitag, 18. Juni (16 Uhr).
Viele Vorstellungen sind bereits ausgebucht, für andere sind nur noch Resttickets erhältlich.
Die Ausgabe der Geräte für Audio- und Videowiedergabe ist jeweils 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Startpunkt ist jeweils das südliche Ende der Freiherr-vom-Stein-Straße (Übergang zum Kennedyteich).
Ziel ist der Parkplatz „Zum Lindenhof“ an der Bloherfelder Straße 210.
Ein Durchgang dauert etwa 90 Minuten.
Die Veranstalter empfehlen festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung zu tragen.
Der Eintritt ist frei, Voranmeldungen sind jedoch erforderlich und können ab Montag, 7. Juni, online vorgenommen werden:
Bevor sich die Teilnehmer auf die Reise durch Bloherfelde begeben konnten, gab es eine kurze Einweisung in die „Schatzgeräte“. Dabei handelt es sich um digitale Abspielgeräte für Ton- und Videodateien. Jeder Teilnehmer erhält ein solches Gerät mit Kopfhörern. Zeitgleich wird die Datei gestartet und dann ist man auch schon mittendrin im Stück.
Der Schatz ist weg
Zuerst bestimmt jede der Gruppen (rot oder blau) einen der Protagonisten Jewels oder Johnny aus den eigenen Reihen. Danach setzt die Geschichte ein, in der es um eine Krise in Everbloh geht. Ein Schatz ist abhanden gekommen. Die einen geben den anderen die Schuld und umgekehrt. Das spiegelt sich immer dann wider, wenn sich die Gruppen auf ihren Wegen begegnen.
Der führt sie durch Bloherfelde. Angefangen beim Kennedyteich, durch das Kennedyviertel zum Marktplatz, vorbei an der evangelischen Kirche in ein Wohngebiet und die Natur. Dabei wird die eigentliche Geschichte immer wieder unterbrochen von Erzählungen. Es sind Bewohner des Stadtteils, die ihre Geschichten, Erfahrungen und Erinnerungen mit den Gruppen teilen und dem Stück damit eine besondere Tiefe verleihen.
„Es war eine riesige Aufgabe für uns, die vielen Aufnahmen, die wir mit den Bewohnern von Bloherfelde gemacht haben, in das Stück zu integrieren“, berichtet Regisseur Michael Uhl. Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Denn die Geschichten verleihen dem Stück eine Authentizität, die quasi greifbar wird, wenn man sich an den Orten bewegt, über die berichtet wird.
Drei Zusatztermine
Dass das Konzept funktioniert, hat die Premiere des Stückes eindrucksvoll bewiesen. Die Teilnehmer dieses ersten öffentlichen Durchlaufes sind sich einig. Sie empfehlen das Stück weiter. Wer jetzt Lust bekommen hat, an einer der Aufführungen teilzunehmen, sollte sich mit der Ticketbuchung beeilen, denn viele freie Plätze gibt es nicht mehr. „Wir sind fast ausgebucht, haben wegen der hohen Nachfrage aber noch drei zusätzliche Termine im Angebot“, berichtet Uhl, der mit seinem Team in der Vergangenheit häufig im Stadtteil sichtbar war. „Wir wurden während der Vorbereitungen immer wieder von Leuten angesprochen, die wissen wollten, was wir machen. So sind wir ins Gespräch gekommen und konnten das Interesse für unser Projekt wecken“, so der Regisseur.
Für ihn sei der Premierentag die Belohnung eines intensiven Weges, den das Produktionsteam mit vielen lokalen Partnern aus und um Bloherfelde gegangen sei. „Ohne diese Partner wäre die Produktion nicht möglich gewesen“, weiß Uhl, der sich sehr herzlich bei allen Mitwirkenden für das tolle Ergebnis bedankte.
