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Konzert in Oldenburger Ansgarikirche Diese Musik baut Brücken zwischen Religionen

Horst Hollmann
Einigkeit in der Jury mit (von links) Johannes von Hoff, Violeta Dinescu, Christoph Keller:  Der Komposition von Günter Berger gebührt der erste Preis.

Einigkeit in der Jury mit (von links) Johannes von Hoff, Violeta Dinescu, Christoph Keller: Der Komposition von Günter Berger gebührt der erste Preis.

Oldenburg/Dötlingen - Neue Musik braucht Aufsehen. Das erregen Komponisten gerne mal über anspringende Titel. „Kommentar eines Computers zu Musik einer Künstlichen Intelligenz, die er nicht verstanden hat“, lautet so einer. Oder: „Der lange gekochte Brokkoli.“ Es geht auch knapper. Etwa: „171“ oder „4:30.“ Günter Berger hat eine lange Version gewählt: „Kulturübergreifende rhapsodische Orgelparaphrasen zu einer Synagogalen Psalmodie, einem islamischen Gebetsruf und einer gregorianischen Hymne.“ Uff!

Altmeister aus Dötlingen

Doch der Titel ist keine Masche, die Musik hält in vollem Umfang, was ihre Benennung verheißt. Der Altmeister aus Dötlingen im Landkreis Oldenburg, Jahrgang 1929, hat 2020 mit diesem Opus den 19. Internationalen Carl-von-Ossietzky-Kompositionswettbewerb gewonnen. Dessen Preisverleihung mit den Uraufführungen der drei zuvörderst prämierten Werke war für den 3. Mai 2020 geplant. Doch erst 16 Monate später wird der musikalische Festakt nun nachgeholt: Am Sonntag, 5. September, ab 17 Uhr in der Ansgarikirche in Eversten.

Keineswegs sperrig

Sperrig wie der Titel ist die Musik keineswegs, aber tiefgreifend. 37 Kompositionen aus acht Ländern und drei Kontinenten waren der Jury vorgelegt worden. „Selten ist die Wahl so eindeutig ausgefallen“, sagt Wettbewerbs-Leiterin Violeta Dinescu. Die Oldenburger Professorin lobt die „handwerkliche Perfektion und geistige Inspiration“ von Bergers Werk. Kantor Johannes von Hoff, Jury-Mitglied und ausführender Organist am 5. September, empfiehlt das Live-Erlebnis: „Das ist eine direkt packende Musik, die Brücken zwischen den Religionen schlägt, die aber auch zeigt, dass es an den Schnittstellen schmerzhaft zugehen kann.“ Und trotz digitaler Verbreitungs-Möglichkeiten bleibt wichtig: „Der Klang dieses Werkes braucht die weite Dimension des Kirchenraumes.“

Nächster Wettbewerb entschieden

Noch vor dem krönenden Finale dieses 19. Wettbewerbs ist der 20. bereits absolviert. Jedes Jahr gibt es eine andere Ausschreibung. 2021 waren Werke für Klavier und sinfonisches Orchester gefordert. Preisverleihung und Uraufführungen sind fürs kommende Wintersemester avisiert. Christiane Abt und Werner Barho am Klavier und das Uni-Orchester unter Leitung von Rida Murtada warten auf ihren Einsatz.

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