Oldenburg - Das Jahr 2021 ist Geschichte, wir haben einen neuen Bundeskanzler, Oldenburgs Oberbürgermeister ist dagegen der alte geblieben. Zum Jahreswechsel war Zeit für Rückblicke, hier nun ein (nicht ganz ernst gemeinter) Ausblick auf 2022. Mal sehen, was die nächsten Monate uns so bringen werden:
Januar
Die Vermarktung des Wohnquartiers Helle Heide stockt. Viele potenzielle Interessenten fürs Wohnen in der „Smart City“ auf dem Fliegerhorst scheitern am Intelligenzquotienten, den die Stabsstelle Digitalisierung zur Bedingung gemacht hat fürs Wohnen auf dem Fliegerhorst . Ein IQ von 120 ist nicht ohne, da zählt man zur Hochintelligenz, ist ein echter Überflieger. Durchschnittlich liegt er bei 100 – zu wenig für die hellen Köpfe, die auf der hellen Heide wohnen sollen.
Februar
Das Evangelische Krankenhaus und das Pius Hospital treiben die Fusionspläne voran. Der Zusammenschluss soll nun bald auch räumlich erfolgen. Das Pius dehnt sich aus und hat der Nordwest-Zeitung das Grundstück mit Hochturm bereits abgekauft, das Evangelische erweitert Richtung Norden. Hinter verschlossenen Türen wird darüber verhandelt, dass Ev. und Pius westlich der Peterstraße über den noch vorhandenen Parkplatz an der Brüderstraße hinweg eine Brücke bauen werden, die die Häuser direkt miteinander verbindet.
März
Die CDU macht sich im Verkehrsausschuss für eine bessere Beleuchtung der Oldenburger Straßen stark. Es sollen deutlich mehr Laternen aufgestellt werden. Politischer Hintergrund des Vorschlags: Zur nächsten Wahl des/der Oberbürgermeisters/Oberbürgermeisterin lassen sich mehr Plakate an den Laternenpfählen aufhängen. Das waren im Herbst eindeutig zu wenig, ging Parteichef Christoph Baak ein Licht auf. Nur deshalb sei ihr Kandidat Ulrich Gathmann durchgefallen.
April
„Diesmal schickt ihr mich nicht in den April“, verspricht Jürgen Krogmann. Zum Tag des Baumes hatten seine Mitarbeiter aus dem Umweltamt ihrem Chef einen Streich gespielt und ihn auf den Apfelhof eingeladen. Doch statt eines gemütlichen Beisammenseins mit Apfelsaft, Apfelkorn und Apfelkuchen musste er zur Schaufel greifen und einen Apfelbaum pflanzen – im feinen Zwirn und mit Tanzschuhen völlig unpassend gekleidet.
Mai
Die Bauarbeiten für das neue Stadtmuseum geraten ins Stocken. Beim Ausschachten der Baugrube sind die Arbeiter auf die Überreste einer alten Siedlung gestoßen, die auf Menschen hinweisen, die dort vor mehr als 4000 Jahren gelebt haben könnten. Die Grünen regen an, die Straße Am Stadtmuseum zurückzubauen und die Gärten wieder anzulegen, die einst zu den Villen gehörten.
Juni
Dem Pius und Ev. ist bei den Fusionsplänen ein geradezu genialer Gedanke gekommen – das PFL wird als Reha-Klinik wiedereröffnet. Damit hätte man auch die Städtischen Kliniken mit im Boot, die ja bekanntlich aus dem Peter-Friedrich–Ludwig-Hospital an der Peterstraße hervorgegangen sind.
Juli
Die Planungen für das Stadtfest sind abgeschlossen, auf dem Gelände des ehemaligen Finanzamtes soll ein Beach Club aufgebaut werden. Verkauft werden dort unter künstlichen Palmen und Blüten, Cuba Libre, Sandtaler und Dr. Oetker-Pizzen.
August
Der Oberbürgermeister lädt zur Autogrammstunde. Zwischen ihm und dem lieben Gott sei schließlich nichts mehr, meint der OB ein wenig selbstverliebt, der sich nach seinem historischen Wahlsieg im vergangenen Jahr wie ein kleiner Sonnenkönig fühlt. Die Warteschlange vor dem Alten Rathaus gibt ihm Recht. Die Untertanen, pardon, Bürgerinnen und Bürger warten geduldig auf eine Audienz und Autogramme.
September
In den Oldenburger Gärten rasseln die Kettensägen, die Gartenbesitzer fürchten eine neue Baumschutzsatzung. Auch zarte Bäumchen fallen. Die werden schließlich auch mal groß und verlieren im Herbst ihre Blätter, machen also nur Schmutz und werfen Schatten.
Oktober
Die Grün/Rote-Ratsmehrheit treibt den Umbau der Innenstadt zur autofreien Zone voran. Wer den Wallring befahren möchte, benötigt eine Plakette und muss nach britischem Vorbild eine hohe Maut zahlen.
November
Die Vorbereitungen auf den Weihnachtsmarkt laufen – Corona zum Trotz – auf Hochtouren. Motto: Mit Glühwein die Viren verglühen.
Dezember
Schöne Bescherung: EWE Netz verlangt nach Vorbild des Kahlschlags am Sperberweg in Kreyenbrück, über allen unterirdisch verlegten Stromleitungen die Bäume zu fällen. Vorteil: Die Oldenburgerinnen und Oldenburger können ihren Tannenbaumbedarf aus heimischen Beständen decken.
