Oldenburg - Immer wenn die Sonne scheint, freut sich Prof. Dr. Peter Janiesch. Das ist längst nicht nur dem guten Wetter geschuldet, vielmehr produziert seine Klein-Solaranlage dann auf Hochtouren Strom. Janiesch war bis zu seiner Pensionierung vor zwölf Jahren Leiter des Botanischen Gartens. Doch der Umweltschutz, der Erhalt der Natur und die Schonung der Ressourcen beschäftigen ihn auch in seinem Ruhestand.
Neuestes Projekt ist die kleine Solaranlage, die seit einem Monat auf seinem Garagendach in Bürgerfelde steht. 1 mal 1,70 Meter groß ist jedes der zwei Module mit einer Gesamtleistung von 0,3 Kilowattstunden. Der von ihnen produzierte Strom wird über eine verpolungssichere Steckdose ins Netz eingespeichert.
Immer wenn die Sonne scheint, läuft der digitale Stromzähler in seinem Haus langsamer, wenn überhaupt, freut sich Janiesch. In einem Monat wurden schon 77 Kilowattstunden Strom produziert. 20 Euro hat er dadurch gespart, für die Module 650 Euro, die Aufständerung 120 Euro und die auf seinen Wunsch hin komfortabel ausgestattete Steckdose mit Zählwerk und Internetverbindung 90 Euro ausgegeben. Abzuziehen von diesem Betrag ist ein Zuschuss von 300 Euro, den er bei der Stadtverwaltung beantragt und auch bekommen hat.
„Es ist alles so einfach“, wirbt Janiesch darum, dass noch mehr Oldenburger diese kleinen Anlagen auf ihren Dächern, Terrassen oder Balkonen installieren.
Bei durchschnittlich 1400 Sonnenstunden pro Jahr lassen sich mit seiner Anlage 100 bis 120 Euro Stromkosten einsparen. „Und so ganz nebenbei werden 31 Kilogramm CO pro Monat weniger ausgestoßen“, hat der 79-Jährige errechnet.
Kein unbedeutendes Argument, wenn Oldenburg und Deutschland die Klimaschutzziele erreichen wollen. Mit einer Kilowattstunde produziertem Strom brennt laut Janiesch eine 75-Watt-Birne 13 Stunden, eine 11-Watt-LED-Lampe 90, ein Fernseher oder PC laufen 10, ein Staubsauger eine Stunde. Oder man kann damit 70 Tassen Kaffee kochen, 133 Scheiben Weißbrot toasten oder zwei Tage lang einen Kühlschrank betreiben.
„Die Stromproduktion reicht bei uns für die Grundversorgung im Haus, zum Laden des E-Bikes und der Garten-Akkugeräte aus“, so Janiesch. Aufgeladen wird, wenn die Sonne scheint.Wer die Förderung nutzen möchte, kann sich an diesem Donnerstag von 17 bis 18.30 Uhr in einer kostenlosen Online-Veranstaltung des Amtes für Klimaschutz und Mobilität informieren.
Erläutert werden die technischen Hintergründe wie z. B. der Zählertausch. Speziell für Mieterinnen und Mieter werden kleine Balkonanlagen gezeigt. Den Link zur Veranstaltung gibt es unter klima@stadt-oldenburg.de. Infos unter Tel. 235-2847, per E-Mail an tarek.abu-ghazaleh@stadt-oldenburg.de oder unter dem Suchbegriff „Photovoltaik“
