Oldenburg - „Ihre Anlage sieht ja top aus. Da dürfte es keine Probleme mit der Umstellung geben“, ist David Block beim Blick auf die Heizungsanlage von 2002 optimistisch. Der Kundendienstmitarbeiter der EWE Netz ist seit dem 8. November im Oldenburger Stadtgebiet unterwegs, um Gasgeräte in den Haushalten daraufhin zu überprüfen, ob sie sich für die notwendige Umstellung von L- auf H-Gas eignen.
Regelmäßige Wartung
Bei seinem aktuellen Kunden, einem 94-jährigen Kreyenbrücker, sieht er da keine Schwierigkeiten – und dieser ist nicht nur sichtlich erleichtert, sondern auch stolz, denn: „Ich mache an meiner Heizungsanlage noch ganz viele Wartungsarbeiten selbst“, erzählt er. Das kann sich auszahlen: Bei regelmäßig gewarteten Geräten gebe es kaum technische Probleme bei der Umrüstung, so die Erfahrung des Fachmanns.
98 Prozent umrüstbar
Bisher sind die Oldenburger mit so genanntem L-Gas aus den Niederlanden beliefert worden. 2030 stellt das Nachbarland seine Gasförderung ein, deshalb arbeitet EWE Netz schon jetzt mit Hochdruck an der Umstellung der Gasgeräte, denn H-Gas hat einen höheren Brennwert und kann deshalb nicht ins Netz eingespeist werden, ohne die Endgeräte entsprechend umzurüsten. „Bei rund 98 Prozent der Geräte ist die Umrüstung problemlos möglich“, erklärt Jens Witthus, Sprecher des Projekts Erdgasumstellung bei EWE Netz. Entweder können sie umgestellt oder mit neuen Düsen umgerüstet werden. Bei Geräten, die bis zu 25 Jahre alt sind, sei dies fast immer möglich. „Und auch ältere Geräte lassen sich häufig umrüsten, wenn der Hersteller das entsprechende Material noch liefern kann“, so Witthus. Neuere Geräte müssen nur auf das H-Gas eingestellt werden, ganz moderne schaffen selbst das allein.
Keine Kosten
Nur in Ausnahmefällen könne ein Gerät nicht an H-Gas angepasst werden, betont Jens Witthus. „Grund ist dann in der Regel, dass es den Geräte-Hersteller heute nicht mehr gibt. In seltenen Fällen haben die Hersteller auch den Kundenservice für einzelne ihrer Gasgeräte-Modelle eingestellt.“ In diesem Fall gebe es aber die Möglichkeit, sich an Fachbetriebe vor Ort zu wenden.
„Oft haben sie das notwendige Material für diese alten Geräte noch auf Lager.“ Generell gilt bei der Anpassung: Die Kosten muss nicht der einzelne Kunde tragen, sie werden umgelegt. Die Umstellung – Witthus spricht von Gesamtkosten von rund 330 Millionen Euro – wird über die bundesweiten Netzentgelte finanziert.
Ein Team von insgesamt 140 Mitarbeitern ist derzeit unterwegs, um die Altgeräte zu überprüfen. Wichtigster Hinweis dabei: das Typenschild. Kundendienstmitarbeiter David Block liest daran die entscheidenden Daten ab und kann mit einem Klick auf seinem Tablet sehen, ob das Gerät umrüstbar ist oder nicht. Bei seinem 94-jährigen Kunden in Kreyenbrück sieht er sein Urteil bestätigt: Eine Umrüstung ist in diesem Fall kein Problem.
