Oldenburg - „Unsere Stadt braucht kein neues Stadion.“ Unter dieser Überschrift war am Wochenende im Internet eine Petition gestartet worden, mit der der Bau eines neuen Fußballstadions neben den Weser-Ems-Hallen verhindert werden sollte. Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am 15. April darüber entscheiden. Wenige Stunden nach dem Start wurde die Petition gestoppt.

Initiator der Petition war Jens Witthus, Pressesprecher von EWE Netz, er stoppte sie auch wieder. Die EWE ist Hauptsponsor der EWE Baskets. Dadurch bekommt der Vorgang aus Sicht der Stadionbefürworter einen faden Beigeschmack. Von „der nächsten fiesen Grätsche der Baskets/EWE“ war in den sozialen Medien die Rede. Witthus betonte vor dem Stopp der Aktion, die Petition als Privatmann gestartet zu haben. Witthus: „Es gibt keine Verbindung zu EWE Netz/EWE.“ Und: „Wenn die Stadt unbedingt Millionen Euro ausgeben will, dann könnte sie das sinnvoller gestalten – als das Geld in einem einzelnen, riesigen Prestigeprojekt zu versenken. Zum Beispiel für bezahlbaren Wohnraum oder für mehr Kindergartenplätze in Oldenburg. Um hier nur zwei in Oldenburg akut brennende Themen zu nennen.“

Ziemlich genau vor einem Jahr hatten die EWE Baskets Oldenburg in einem Schreiben an Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und die Vorsitzenden der im Rat vertretenen Fraktionen vor dem Bau eines neuen Stadions gewarnt. „Ein Fußballstadion in direkter Nachbarschaft (...) würde den Besuch unserer Heimspiele deutlich unattraktiver gestalten und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der EWE Baskets stark negativ beeinflussen“, hieß es in dem von Hermann Schüller, Geschäftsführender Gesellschafter EWE Baskets, und Regina Kulms, Kaufmännische Geschäftsführerin, unterschriebenen Brief. Zwar ruderten die Baskets am Abend des Tages der Veröffentlichung auf NWZonline aufgrund heftiger Reaktionen zurück. Der Club betonte in einer Mitteilung, man sei nicht per se gegen einen Stadionneubau – auch nicht auf dem Gelände der Weser-Ems-Hallen. Man habe lediglich Bedenken gegenüber den Planungen geäußert und versucht, mit Oberbürgermeister und Fraktionsvorsitzenden „in einen Dialog zu kommen“.

Vor wenigen Wochen hatte der Rat beschlossen, für den Neubau von Kongresshalle und Festsälen sowie Ausbau der Galerie und Bau eines Übergangs zwischen Festsälen und EWE Arena und die Sanierung der Freiflächen mehr als 60 Millionen Euro auszugeben.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg