Oldenburg - Schon wieder war ein Exhibitionist in Oldenburg unterwegs und hat dabei zwei jugendliche Frauen (15 und 16 Jahre) belästigt. Tatort war erneut der Bereich rund um das Schulzentrum Eversten und die Bloherfelder Teiche. Es ist mittlerweile der sechste bekannte Fall in der Stadt seit dem 10. Juni.
Weitere Vorfälle ereigneten sich am 11. Juni, 19, Juni, 13. Juli sowie am 25. August.
Was ist im aktuellen Fall passiert?
Wie die Polizei mitteilt, haben die beiden Jugendlichen gegen 21.30 Uhr am Gehweg neben den Teichen auf einer Bank gesessen, als im Gebüsch hinter der Bank ein unbekannter Mann auftauchte, der lediglich mit einer weißen Unterhose bekleidet gewesen sei, die er heruntergelassen hätte. Danach habe er sich selbst befriedigt, woraufhin die schockierten Jugendlichen mit ihren Fahrrädern geflüchtet seien. Wie die Polizei weiter mitteilt, soll der Mann mit Glatze mindestens 50 Jahre alt, etwa 1,90 Meter groß und schlank gewesen sein.
Im Gespräch mit unserer Redaktion hat Polizeisprecher Stephan Klatte die wichtigesten Fragen zu den jüngeren Fällen von Exhibitionismus beantwortet. Er erklärt zudem, wie man sich verhalten sollte, wenn man selbst einem Exhibitionisten begegnet.
Hängen die sechs bekannten Fälle zusammen?
„Die Fälle hängen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht alle zusammen. Wir gehen aber davon aus, dass es einen Mann gibt, der mehrere der geschilderten Taten begangen hat, weil die Täterbeschreibungen der belästigten Personen sich zum Teil sehr ähneln“, sagt Klatte.
In den betreffenden Mitteilungen der Polizei werden die beschriebenen Männer jeweils als etwa 25 bis 30 Jahre alt, schlank und mit einer Körpergröße von circa 1,80 bis 1,90 Meter beschrieben. Und auch der Tatort ist in fast allen Fällen der gleiche: der Bereich am Schulzentrum Eversten und den Bloherfelder Teichen.
Nur in einem einzigen Fall trat ein Exhibitionist in der jüngeren Vergangenheit an der Donnerschweer Straße in Erscheinung. Einzelfälle seien jedoch ehr selten – aber nicht grundsätzlich auszuschließen, berichtet Klatte.
Muss man Angst vor Exhibitionisten haben?
In der Regel gehe von Exhibitionisten keine extreme Gefahr aus, sagt der Polizeisprecher. „Das Übelste was man aus so einer Begegnung in den allermeisten Fällen mitnimmt, ist der persönliche Eindruck. Das sind meist der unmittelbare Schock, der auf die unerwartete Tat folgt und natürlich auch der Ekel“, sagt Klatte.
Ein Exhibitionist werde in der Regel jedoch nicht handgreiflich oder gewalttätig. „Das entspricht nicht der Psychologie eines solchen Täters, dem es viel mehr um den Schockmoment bei seinen Opfern geht“, beschreibt Klatte das Täterprofil.
Wie sollte man sich gegenüber Exhibitionisten verhalten?
„Man sollte sich durch lautes Rufen bemerkbar machen und so Aufmerksamkeit erregen. Die meisten Täter werden dadurch abgeschreckt. Trotzdem ist es ratsam, zügig aber nicht überhastet die Flucht zu ergreifen, sich Details zu merken und die Polizei zu verständigen“, empfiehlt Klatte und rät davon ab, den Exhibitionisten zu provozieren.
Was unternimmt die Polizei in den Fällen?
„Wir haben mehr Personal im Bereich des Schulzentrums im Einsatz. Der oder die Täter haben jedoch zu sehr unterschiedlichen Zeiten zugeschlagen, was unsere Suche deutlich erschwert“, berichtet Klatte.
Die Polizei gehe zudem davon aus, dass der Exhibitionist, dem mutmaßlich mehrere Taten zugeschrieben werden, mit großer Wahrscheinlichkeit ein Anwohner in der Nähe des Schulzentrums ist. „Der Mann will nach seiner Tat schnell flüchten und versteckt sich dann wahrscheinlich zuhause“, so Klatte.
Wichtig für die erfolgreiche Polizeiarbeit in den Fällen seien deshalb auch Zeugenhinweise. Wer Angaben zu Taten oder Täter machen kann, kann sich unter
