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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Alles im grünen Bereich

30.03.2019

Oldenburg Wenn die ersten milden Sonnenstrahlen an den Zweigen kitzeln, zarte Knospen hervorlocken und die Welt erblüht, verbuddeln sich Hobbygärtner voller Inbrunst ins Hegen der heimischen Oase. Wer keinen grünen Daumen oder eigenen Garten hat, muss nicht im grauen Alltag verwelken.

Die NWZ hat sich Expertenrat geholt, wie sich Anfänger auf dem Balkon blumige Zeiten verschaffen können.

Wann lege ich los,
wenn’s bald blühen soll
?

„Für den Balkon eignen sich klassische Saisonblüher“, sagt Knut Hoppe. Der Zierpflanzengärtner unterteilt in Frühlings-, Sommer- und Herbstpflanzen. Seinen Kunden empfiehlt der Inhaber von Blumen-Hoppe jetzt, Anfang/ Mitte April, mit dem Anpflanzen für die erste Saison zu beginnen. Wer bis zum Monatsende wartet, kann mit Staudengewächsen loslegen, sagt Edith Wesler von den Oldenburger Gartenfreunden.

Muss ich Samen
aussähen
?

Fachmann Hoppe (51) empfiehlt Anfängern, Zwiebelpflanzen im Topf zu kaufen. „Da haben Sie auch den Vorteil, dass Sie gleich sehen, wie die Blumen aussehen und ob Sie Ihnen gefallen.“ Auch Charlotte Brunkhorst von der „Kräuterei“ rät Garten-Laien, Kräuter beim ersten Mal im Topf zu kaufen. „Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin als fertige Pflanze bekommen jetzt draußen auf dem Balkon noch richtige Wachstumsschübe“, sagt die 29-jährige Staudengärtnerin. Wer selbst aussähen will, brauche gut vier Wochen Geduld bis zur Ernte. Hilfreich seien Saatbänder, die den Abstand des Saatgutes vorgeben.

Welche Pflanzen sind
besonders pflegeleicht
?

„Hornpfeilchen, Tausendschönchen, Vergissmeinnicht, Primeln“, zählt Knut Hoppe auf. Empfehlenswert fürs Frühjahr seien auch Narzissen, Tulpen, Perlhyazinthen oder die Schachbrettblume. Alle bräuchten in erster Linie gute Erde, etwas Dünger und regelmäßig Wasser. Mehr nicht. Angelika Würth, Gärtnerin im Gartencenter Ostmann (Bad Zwischenahn), setzt bei der Bepflanzung von Kübeln und Schalen neben den Frühjahrsblühern auf Kleingehölze und Ministämmchen.

Wie lange habe ich was von den Frühjahrsblühern?

„Bis die Sommersaison beginnt. Dann muss ausgewechselt werden“, sagt Florist Knut Hoppe. Mit dem Tausch empfiehlt er, nach den Eisheiligen, Mitte Mai, zu beginnen. Dann käme die Zeit für Pflanzen, die keinen Nachtfrost verknusen können. Auch, wenn sich diese Regel wegen der Klimaveränderung allmählich verschiebe, zähle für die Blume, dass die Tage länger würden und sie mehr Licht abbekämen. Was Kräuter angeht, sind die mediterranen Sorten kälteempfindlicher und sollten erst im Sommer nach draußen, sagt Charlotte Brunkhorst.

Welche Blumen eignen sich für den Sommer?

„Margeriten und Zauberglöckchen sind besonders blühfreudig und pflegeleicht“, empfiehl Angelika Würth als Balkonbepflanzung für den Frühsommer. Auch Lavendel und duftende Kräuter eignen sich besonders. „Je kleinblütiger, desto weniger pflegeintensiv“, weiß Knut Hoppe. Das geschäftsführende Geschwisterpaar der „Kräuterei“, Charlotte und Annika Brunkhorst, setzt zur wärmeren Jahreszeit auf Majoran, Bohnenkraut, Thymian und essbare Blüten, wie Kapuzinerkresse und Kornblumen. „Dann wird es auf dem Balkon bunt und duftig und es gibt Besuch von Bienen.“

Dann habe ich zweimal die ganze Arbeit?

„Pflanzen, die von März bis November blühen, sind der Wunsch aller. Wenn ich die züchten könnte, wäre ich reich wie Dagobert Duck“, sagt der Inhaber des Blumenfachgeschäfts Hoppe. Wer sich Arbeit und Kosten sparen und die Frühlingssaison auslassen will, könne jetzt schon reichlich robuste Sommerblumen finden. Dabei sollte man auf bevorstehende Nachtfröste achten und die Pflanzen durch leichtes Abdecken mit Vlies ganz einfach schützen, sagt Angelika Würth.

Was brauche
ich für Materialien
?

Wer schon mal Topfblumen hatte, kann für Frühjahrspflanzen die Erde vom Vorjahr verwenden. Sommerblumen brauchen mehr Nährstoffe und gute Erde – entweder mit hohem Weißtorfanteil, der grobfaserig ist und das Wasser besser speichert, oder torffreie Erde, die dann entsprechend nachgedüngt werden muss, sagt Knut Hoppe. Gute Blumenerde ist sehr wichtig und entscheidend für ein gesundes Wachstum und Blütenpracht über den ganzen Sommer, sagt auch die Ostmann-Mitarbeiterin und empfiehlt eine Mischung mit Tonanteil und leichter Aufdüngung. Darin würden Pflanzen und Gemüse optimal gedeihen. Die Bioland-Gärtnerinnen der „Kräuterei“ setzten auf Erde mit wenig Torf – aus ökologischer Sicht. Denn Torf zu kaufen bedeutet, den Abbau von Mooren zu fördern. Gedüngt wird bei ihnen organisch. Knut Hoppe empfiehlt Flüssigdünger. Granulate gäben erst beim Bewässern Nährstoffe ab und seien schlecht zu dosieren. Bei Düngungsmitteln gilt: je höher die Dosierung, desto teurer, aber umso länger kommt man auch mit einer Flasche hin. Edith Wesler empfiehlt Gesteinsmehl, das den Boden mit mineralischen Spurenelementen anreichert und Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlinge macht. Sie kauft es im Raiffeisen-Markt.

Und wie teuer ist das alles ?

Mit einem 40-Liter-Sack Erde könne man drei Balkonkästen befüllen. Pro Kasten rechnet Knut Hoppe 2 bis 2,50 Euro. Vier bis fünf Frühjahrspflanzen kosten im Fachhandel zehn Euro, für die gleiche Menge Sommerblumen gebe man rund 13 Euro aus. Kästen kosten je nach Länge.

Geht das auch billiger – beim Discounter?

Vom Blumen- und Kräuterkauf im Supermarkt raten alle Experten ab. „Pflanzen aus dem Gartencenter oder der Gärtnerei machen besonders lange Freude. Gute Qualität erkennt man an gesunden Blättern und Blüten und einer optimalen Topfgröße“, sagt Angelika Würth. Auch die Erde, in der Pflanzen herangezogen wurden, spiele eine große Rolle für das weitere Wachstum und die Blühfreude. „Basilikum aus dem Topf im Supermarkt reicht für einen Mozzarella-Salat“, sagt Charlotte Brunkhorst, „danach kann man ihn wegschmeißen, weil er viel zu dicht gepflanzt ist.“ Supermarktware sei zwar günstiger, allerdings seien die Pflanzen auch kleiner – und am Ende brauchte man mehr, um einen Kasten zu befüllen, bemerkt Knut Hoppe. „Keinen Billigkram mit kleinen Wurzeln kaufen“, rät Edith Wesler.

Und nach der Saison schmeiße ich alles weg?

„Einjahrespflanzen werden nach der Saison kompostiert“, sagt Knut Hoppe. In der „Kräuterei“ gibt es überwiegend Gewächse, die mindestens zwei Jahre überstehen. Schnittlauch etwa, kann auf dem Balkon überwintern. Als Lauchgewächs ziehe er sich die Nährstoffe aus der Erde, weiß Charlotte Brunkhorst.

  Kurzum: Wenn die ersten milden Sonnenstrahlen an den Zweigen kitzeln, sollte man das Glück bei den Wurzeln packen.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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