OLDENBURG - OLDENBURG - Wenn Polizisten bei der Polizei einsteigen: Studenten der Polizei-Fachhochschule an der Bloherfelder Straße sollen versucht haben, ins Büro ihres Prodekans einzubrechen. Motiv: Dort vermuteten sie Unterlagen für ihre Abschlussklausuren.

Das Einbruchskommissariat ermittelt nun gegen die vier angehenden Kommissare im Alter zwischen 22 und 29 Jahren. In der ersten Vernehmung bestritten sie die Tat.

Die FH-Leitung ließ das Quartett an der Prüfung teilnehmen. Rund 130 Polizeianwärter schrieben gestern Klausuren über Verkehrsrecht und Kriminologie.

Gegen 1 Uhr in der Nacht zu Mittwoch waren die vier Beschuldigten von zwei anderen Studenten gesehen worden, wie sie durch den dunklen Verwaltungstrakt der FH schlichen. Als sie merkten, dass sie beobachtet wurden, rannten drei von ihnen weg. Es stellte sich heraus, dass jemand mit einem Werkzeug versucht hatte, die verschlossene Tür zum Büro von Prodekan Rainer Lask aufzuhebeln.

„Natürlich gilt zunächst die Unschuldsvermutung. Es darf aber nicht passieren, dass Polizisten Straftaten begehen“, so Oldenburgs Polizei-Chef Johann Kühme, der sich zu den laufenden Ermittlungen nicht äußern wollte.

„Sollte sich der Verdacht bestätigten, dann war es das mit dem Studium“, sagt Michael Knaps, Sprecher des Innenministeriums. Die vier Beamten auf Widerruf würden die Polizei-FH dann im kommenden März nach dreijähriger Studienzeit nicht als Kommissare verlassen.

Die Klausuren befanden sich übrigens gar nicht im Prodekan-Büro. Lask: „Die waren in einem Tresor in einem anderen Gebäudeteil.“