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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Oldenburg kommt ins japanische Fernsehen

07.07.2018

Oldenburg Die Stadt hat den Japanern gut gefallen, bloß an die von allen Seiten heranschießenden Radfahrer konnten sie sich bei ihrem Besuch nicht gewöhnen. Oldenburg wird dem Filmteam des einzigen öffentlich-rechtlichen TV-Senders Japans (NHK) in dennoch angenehmer Erinnerung bleiben, erzählt Kathrin Hysky. Die in der Nähe von Gießen lebende Japanologin organisiert Drehtermine für japanische Filmteams. Das reicht von der Vorabrecherche bis hin zur Buchung der Hotelzimmer.

NHK ist der zweitgrößte Sender in Japan und strahlt fünf Programme aus. Redakteur Tsuyoshi Katsuragi, Kameramann Takumi Hayashi und Tontechniker Shigenori Urita sind für drei Wochen in Europa und den USA unterwegs, um an einem Beitrag zum Thema Ökonomie zu arbeiten. Erste Station war Oldenburg, weil die Bibliothek der Carl-von-Ossietzky-Universität die Sammlung von Werner Onken beherbergt. Dort hat das Team Aufnahmen in Onkens Gesell-Archiv gemacht. Silvio Gesell (1862-1930) war Kaufmann und Wirtschaftstheoretiker, der sich mit der Entwicklung des Geldes beschäftigt hat. Seine Theorie über den „Negativ-Zins“ wird heute bei der Regionalwährung „Chiemgauer“ angewendet. Geld sollte, so seine Theorie, nicht gehortet werden, sondern immer in Umlauf bleiben, um so ein wirtschaftliches Gleichgewicht zu schaffen und die Diskrepanz zwischen reich und arm abzubauen, erklärt Hysky den Denkansatz. Diplom-Ökonom Onken betreut das Geld- und Bodenarchiv, das in der Unibibliothek einen festen Standort gefunden hat.

Filmdreh mit Werner Onken Bild: Kathrin Hysky

Redakteur Tsuyoshi Katsuragi war laut Hysky sehr interessiert an den Fotos zu Gesell und vor allem den „Geldscheinen“, die mit Gesells Theorie in verschiedenen Experimenten gedruckt wurden. Nächstes Ziel war Traunstein. Dort gibt es mit dem „Chiemgauer“ eine Regionalwährung, die seit 2003 in Umlauf ist. Von dort geht es weiter in die Schweizer Gemeinde Gondo, wo sich ein Crypto-Währungsunternehmen angesiedelt hat.

Sendetermin ist übrigens im Herbst – Aufnahmen von Radlern kommen in dem Beitrag wohl nicht vor. Dafür aber ein Filmschwenk über die Stadt hinweg, der auf dem Dach der NWZ entstanden ist. Das viele Grün in der Stadt hat das Filmteam aus Tokio auch schwer beeindruckt.

Die Oldenburger Fahrradfahrer werden die an den Linksverkehr gewöhnten Japaner wie schon erwähnt in Erinnerung behalten. Und dass der Unterschied zwischen Fahrrad- und Fußweg für sie nur sehr schwer zu erkennen und erfassen war. Der Zustand der Radwege in Oldenburg ist allerdings nicht nur für Japaner ein Problem.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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